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Die Societas Unius Personae (SUP)

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Nikolaus Moench

Nach dem Scheitern des Verordnungsentwurfes zur Societas Privata Europaea hat die Europäische Kommission mit dem Richtlinienentwurf zur Societas Unius Personae (SUP) einen erneuten Anlauf genommen, um die Tätigkeit europäischer Unternehmen im gemeinsamen Binnenmarkt zu vereinfachen. Es handelt sich hierbei um eine europaweit harmonisierte Einpersonengesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Autor geht zunächst auf die Notwendigkeit des Richtlinienvorschlages ein, um anschließend dessen Auswirkungen auf das deutsche Gesellschaftsrecht zu untersuchen. Hierbei erläutert er sämtliche Vorschriften des Richtlinienvorschlages kritisch und präsentiert Änderungsvorschläge anhand aufgezeigter Probleme.
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A. Einleitung

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A.  Einleitung

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besitzen eine überragende Bedeutung für den europäischen Wirtschaftsraum. So existieren rund 21 Millionen KMU in der Europäischen Union.1 Konträr zu dieser enormen Anzahl stehen jedoch deren Aktivitäten im gemeinsamen Binnenmarkt. Demnach investieren gerade einmal 2 % der KMU im europäischen Ausland durch die Gründung einer Tochtergesellschaft, einer Zweigniederlassung oder eines Joint Ventures.2 Von den potenziellen 21 Millionen KMU sind das folglich nur 500.000.3 Von diesen 500.000 Unternehmen limitiert wiederum ein Großteil seine grenzüberschreitenden Investitionen auf nur einen Mitgliedsstaat.4

Ursächlich für die mangelnde Bereitschaft, im Ausland zu investieren, sollen dabei insbesondere die unterschiedlichen nationalen Rechtsvorschriften sowie das mangelnde Vertrauen der Kunden in ausländische Unternehmen sein.5 Soweit die KMU im Ausland investieren, gründen sie daher hierfür zumeist eine Tochtergesellschaft in dem entsprechenden Land.6 Denn dadurch treten sie sowohl Geschäftspartnern wie auch Kunden mit einer bekannten Rechtsform entgegen und überwinden so deren Misstrauen.7 Die Gründung einer ausländischen Tochtergesellschaft ist jedoch häufig deutlich aufwändiger und teurer als die Gründung einer Tochtergesellschaft im Heimatland.8 Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der Differenz der nationalen Rechtsformen, ein solcher Aufwand in jedem Mitgliedsstaat aufs Neue betrieben werden muss.9 ← 1 | 2 → Hinzugewonnene Gründungserfahrung in einem Mitgliedsstaat ist demzufolge in jedem anderen Mitgliedssaat nutzlos.10

Vor dem Hintergrund der nunmehr bereits mehrere Jahre andauernden wirtschaftlichen Krise in der Europäischen Union ist es...

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