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Von Herder zu Duhm

Psalmenforschung im 19. Jahrhundert – Studien zur Forschungsgeschichte der Weisheitspsalmen

Karl-Heinz Bassy

Das Buch präsentiert die Erforschung der Weisheitspsalmen 1; 37 und 73 von den Anfängen der kritischen Bibelwissenschaft bis zum Beginn der gattungsorientierten Exegese. Es beginnt bei Robert Lowth und endet bei Bernhard Duhm. Einen besonderen Schwerpunkt stellt dabei die Arbeit Wilhelm Martin Leberecht de Wettes dar, in der die vorangehenden Werke kritisch gebündelt und zugleich wegweisend weitergeführt werden. Dabei erweisen sich die behandelten Psalmen als frühe Grundlagentexte der späteren existentialen Bibelinterpretation. Darüber hinaus stellt der Autor die Entwicklung der historisch-kritischen Psalmenexegese ebenso exemplarisch vor wie die textbegründete methodenimmanente Problematik der Gattungskritik.
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4. Die sogenannte „positive Kritik“

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4.Die sogenannte „positive Kritik“

Unter dem Stichwort „Positive Kritik“725 verstehen wir die von Ferdinand Hitzig und Heinrich Ewald praktizierte Art der Exegese, die sich nicht auf die de Wette’sche „negative Kritik“ beschränkt, sondern sich bemüht, deren Ergebnisse zu übertreffen, indem sie zu (kon-) textbasierten positiven historischen Einordnungen zu gelangen versucht.726

4.1.Ferdinand Hitzig und Heinrich Ewald

Ferdinand Hitzig727 wurde am 23. Juni 1807 in Hauingen bei Lörrach als Sohn eines dem Rationalismus nahestehenden Pfarrers geboren. Zu seinen schulischen Lehrern gehörte neben seinem ebenfalls rationalistisch eingestellten Onkel, dem Lörracher Dekan und Kirchenrat Friedrich Wilhelm Hitzig, der Dichter und ba ← 215 | 216 → dische Prälat Johann Peter Hebel.728 1824 begann Hitzig seine akademische Ausbildung in Heidelberg, wo er besonders von Heinrich Eberhard Gottlob Paulus beinflußt wurde. Ein Jahr später wechselte er nach Halle und wurde dort von Wilhelm Gesenius für das Alte Testament gewonnen.729 Nach dem theologischen Examen in Karlsruhe ging Hitzig für weiterführende Studien 1828 nach Göttingen. Dort kam es zu einer einflußreichen Begegnung mit Heinrich Ewald, die den hohen Stellenwert von Textkritik und Einzelexegese in der Arbeit des Jüngeren erklärt.730 Nach der Promotion zog es Hitzig 1829 für sein Habilitationsvorhaben erneut nach Heidelberg; von dort aus folgte er dem ihn 1833 erreichenden Ruf an die neugegründete Züricher Fakultät, der er bis 1861 treu blieb und wo er dem Freundeskreis um Theodor Mommsen angehörte, welcher ihm...

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