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Transgressionen im Spiegel der Übersetzung

Festschrift zum 70. Geburtstag von Prof. Maria Krysztofiak-Kaszyńska

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Edited By Beate Sommerfeld, Karolina Kęsicka, Małgorzata Korycińska-Wegner and Anna Fimiak-Chwiłkowska

Die Beiträge des Bandes nähern sich dem Phänomen der Transgression im Kontext translatologischer Fragestellungen. Transgressionen werden dabei in mehrfacher Weise konzeptualisiert: als Transzendieren von Kultur- und Wissensgrenzen und Neuverhandlung kultureller Räume, als Ausreizen ästhetischer Normen, Überschreiten von Identitäten, aber auch als Grenzgänge zwischen den Gattungen und Medien. Transgressive Dimensionen werden in der Übersetzung von Dramen (Čechov, Witkacy, Corneille), Lyrik (Leśmian, Różewicz, Mayröcker) sowie in Prosatexten (Twardoch, Wagner) aufgedeckt. Medialen Grenzüberschreitungen wird in Werbetexten und in der Audiodeskription von Filmen und Gemälden nachgegangen.
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Karolina Kęsicka - Dimensionen des Transgressiven in der Audiodeskription von Kunstwerken

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Karolina Kęsicka, Poznań

Dimensionen des Transgressiven in der Audiodeskription von Kunstwerken

Das Phänomen der Transgression kann aus vielerlei Perspektiven als das Hinausgehen über konventionalisierte Formenkonzepte, als Verstoß gegen die gesellschaftlich fundierte Wertordnung, als ein Phänomen des kulturellen Grenzraumes, kurzum als Überschreitung von ethischen, ästhetischen, sozialen und sogar körperlichen Grenzen betrachtet werden. Es wird dementsprechend zum Forschungsgegenstand mehrerer Wissenschaftsdisziplinen, u.a. der Literaturwissenschaft (Bataille), der Kunstwissenschaft (Kandinsky), der Musikwissenschaft (Wagner), der Philosophie und Soziologie (Foucault, White) sowie der Psychologie. Das Transgressive wird nicht zuletzt auch aus übersetzungstheoretischer Perspektive untersucht, wenn von der intersemiotischen und audiovisuellen Übersetzung sowie von Intermedialitätserscheinungen im Sprachtransfer gesprochen wird.

Audiodeskription von Kunstwerken, - eine immer noch relativ neue und wenig untersuchte Übersetzungsform -, ist in dieser Hinsicht ein Paradebeispiel. Ihr transgressiver Charakter ist mehrdimensional fassbar, indem es zu einer Transgression zwischen 1) Visuellem und Auditivem (Intermodalität), 2) der Non-Linearität und Linearität der Perzeption, 3) der multisensorischen Rezeption (Synästhesie) und der Sinneskompensierung, 4) der Kunstsprache und der Verbalsprache (Intersemiose), sowie 5) zur formalen und inhaltlichen Transgression einzelner Kunstformen und Medien (Intermedialität, Eckphrase) kommt. An der Schnittstelle intermedialer Phänomene entsteht hier ein kategorisch hybrides Dazwischen, in dem sich Bild und Wort gegenseitig bedingen und kompensieren. Im vorliegenden Beitrag wird in diesem Zusammenhang der Versuch unternommen, die akustische Bildbeschreibung als intermodale/-mediale Translation zu erforschen, wobei der Mehrdimensionalität des Transgressiven Rechnung getragen werden soll.

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