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Transgressionen im Spiegel der Übersetzung

Festschrift zum 70. Geburtstag von Prof. Maria Krysztofiak-Kaszyńska

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Edited By Beate Sommerfeld, Karolina Kęsicka, Małgorzata Korycińska-Wegner and Anna Fimiak-Chwiłkowska

Die Beiträge des Bandes nähern sich dem Phänomen der Transgression im Kontext translatologischer Fragestellungen. Transgressionen werden dabei in mehrfacher Weise konzeptualisiert: als Transzendieren von Kultur- und Wissensgrenzen und Neuverhandlung kultureller Räume, als Ausreizen ästhetischer Normen, Überschreiten von Identitäten, aber auch als Grenzgänge zwischen den Gattungen und Medien. Transgressive Dimensionen werden in der Übersetzung von Dramen (Čechov, Witkacy, Corneille), Lyrik (Leśmian, Różewicz, Mayröcker) sowie in Prosatexten (Twardoch, Wagner) aufgedeckt. Medialen Grenzüberschreitungen wird in Werbetexten und in der Audiodeskription von Filmen und Gemälden nachgegangen.
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Anna Fimiak-Chwiłkowska - Dichtung als private Angelegenheit. Zum Dialog zwischen dem Dichter und seinem(n) Übersetzer(n)

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| 201 →

Anna Fimiak-Chwiłkowska, Poznań

Dichtung als private Angelegenheit1. Zum Dialog zwischen dem Dichter und seinem(n) Übersetzer(n)

„du übersetzt

mein gedächtnis

in dein gedächtnis“

Tadeusz Różewicz2

1. Der literarische Übersetzer als Architekt des Literaturkanons

Die kulturellen Begegnungen, besonders mit der eigenen im Ausland übersetzten Kultur, sind sehr oft von der Fragestellung nach der Objektivität der jeweils getroffenen Auswahl begleitet, nach dem ästhetischen Wert der Texte, nach dem Grad der Repräsentativität des jeweiligen Schriftstellers seiner Ausgangskultur. Auf diese Problematik wies bereits Maria Krysztofiak hin (2015, 19), indem sie danach fragte, wer eigentlich das Recht hat, Werke der Weltliteratur zu übertragen. Sie richtete dabei das Augenmerk auf die vorgeprägten Modelle der Schreib- und Lesekultur.

Eine eingehende Auseinandersetzung mit dem übersetzerischen Werk einzelner Übersetzer der polnischen Literatur ins Deutsche in Bezug auf ihre Präsenz im 20. Jahrhundert, lässt einige – vielleicht etwa verwunderliche – Schlüsse ziehen. Wie die von der Verfasserin (2013, 43) in Bezug auf Klaus Staemmler durchgeführte Analyse gezeigt hat, hat dieser verdiente Übersetzer selbst die Wahl getroffen, welche Namen und welche Werke er ins Deutsche übertragen will, weil er behauptete, dadurch »die polnische Seele der deutschen Kultur näher« (Nicolae Staemmler 1994) zu bringen. Als fast eine Art Regel galt die von Staemmler angewandte Prozedur – zuerst eine Probeübersetzung, dann das Einreichen des Manuskripts an einen Verlag, die Auftragszuweisung und die...

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