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Wissen und Normen – Facetten professioneller Kompetenz von Deutschlehrkräften

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Edited By Holger Zimmermann and Ann Peyer

DeutschlehrerInnen sind mit einer Fülle an Normen konfrontiert: Standards, Lehrpläne, Forderungen von Politik, Eltern und Öffentlichkeit. Der Band analysiert, wie eigene oder externe Normvorstellungen ihr Wissen, ihre Überzeugungen und ihr Handeln beeinflussen. Thema der Beiträge, die auf empirischen Arbeiten aus den Bereichen der Lese-, Sprach- und Literaturdidaktik basieren, sind Normen und Normenkonflikte als Anteil von verschiedenen Facetten des professionellen Wissens. Sie behandeln beispielsweise die Diagnosefähigkeit im Bereich des Lesens, Normvorstellungen über das Schreiben oder Fachwissen im Bereich der Orthographie. Der Band vertieft so die Diskussion über fachlich geprägte professionelle Kompetenz im Sinne einer Fachdidaktik als «eingreifende Kulturwissenschaft».
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Mit der diagnostischen Brille sehen! Ausgewählte empirische Befunde zu Lehrendenperspektiven auf die Diagnose von Lesekompetenz

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Abstract: Diagnosis is an important topic in the current discussions on reading instruction. Through interviews about teachers’ diagnosis practices, it has been found that the relationship between the diagnosis and the instructional intervention remains relatively vague. This has consequences on the ability to implement innovation in the field.

1   Erkenntnisinteresse: Diagnose als Kernbereich professionellen Handelns von Deutschlehrkräften

John Hattie kommt in seiner vielbeachteten Meta-Analyse zu dem Schluss, „dass die Brille, durch die die Lehrperson schaut, entscheidend für den [Lern-]Erfolg [der Schülerinnen und Schüler] ist“1. Diese Sichtweise gilt gerade und ganz besonders für den diagnostischen Blick, den Lehrkräfte in ihrem Deutschunterricht kultivieren. Schließlich werden eine angemessene Diagnose und darauf aufbauende Maßnahmen zur Förderung als zentrales Fundament für einen kompetenzorientierten Deutschunterricht angesehen.2 Überhaupt ist festzustellen, dass das Thema Diagnostik3 im Zentrum aktueller wissenschaftlicher und bildungspolitischer Debatten steht; kaum eine Publikation zum Bildungssystem oder zur Unterrichtsqualität verweist nicht auch auf die grundsätzliche Relevanz der Diagnose von Schülerkompetenzen.4 In diesem Diskurs wird allerdings allzu oft ein ← 63 | 64 → wichtiger Aspekt übersehen: Ob und auf welcher Wissensgrundlage angehende und praktizierende Lehrkräfte des Faches Deutsch überhaupt Fragen der Diagnostik Bedeutung zumessen, und wie sie tatsächlich diagnostische Situationen und damit verbundene Anforderungen im Schulalltag bewältigen, ist nach wie vor weitgehend unbekannt. Umfassender Forschungsbedarf besteht für die deutschdidaktische Lehrerforschung ebenso wie für die Forschung zur Lehrerprofessionalisierung insgesamt.5 Das heißt, dass deutschdidaktische...

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