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Versorgungsbedarf, Angebot und Inanspruchnahme ambulanter hausärztlicher Leistungen im kleinräumigen regionalen Vergleich

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Anke Schliwen

Die Sicherstellung einer flächendeckenden, wohnortnahen und bedarfsgerechten Versorgung ist ein zentrales Anliegen der deutschen Gesundheitspolitik. Anke Schliwen untersucht den regionalen Zusammenhang von Versorgungsbedarf, Angebot und Inanspruchnahme hausärztlicher Leistungen. Dabei wird der Versorgungsbedarf anhand eines multifaktoriellen Index auf der kleinräumigen Ebene der Mittelbereiche operationalisiert. Eine Clusteranalyse ermöglicht die Identifikation von Regionstypen, deren Eigenschaften Ansatzpunkte für eine Neuordnung der Ressourcenallokation bieten können. Mit ihrem Buch unterstreicht die Autorin die Notwendigkeit, innerhalb zentraler Rahmenbedingungen den Einsatz regionaler Planungs- und Steuerungsinstrumente zur Verteilung von ärztlichen Kapazitäten zu ermöglichen.
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8 Diskussion

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Die kleinräumigen Analysen der Versorgungsindikatoren auf Ebene der Mittelbereiche zeigen eine regionale Heterogenität der Angebotsdichte und Inanspruchnahme der Hausärzte, die sich nicht vollständig durch Unterschiede des Versorgungsbedarfs der lokalen Bevölkerung erklären lassen. Nur für ein Viertel der untersuchten Mittelbereiche lässt sich ein bedarfsgerechtes Verhältnis von Bedarf, Angebot und Inanspruchnahme hausärztlicher Versorgung im Status Quo konstatieren. Die übrigen Mittelbereiche lassen sich zu vier Regionstypen zusammenfassen, die in unterschiedlichem Maße anderen regionalen Einflussfaktoren als dem Versorgungsbedarf unterliegen und deren Eigenschaften beim Streben nach Versorgungsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen Berücksichtigung finden sollten. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die gegenwärtige Unterscheidung zwischen städtischen und ländlichen Regionen zu kurz greift und dass auch die regionale Versorgungsstruktur anderer Arztgruppen und Sektoren, die Wettbewerbsintensität und Standortattraktivität einer Region und Zugangsfaktoren wie Erreichbarkeit Berücksichtigung in der Diskussion um die kleinräumige finanzielle und personelle Ressourcenallokation eine Rolle spielen müssen. Einige Einflussfaktoren können im Rahmen der Sicherstellung aktiv von den regionalen Vertragspartnern beeinflusst und berücksichtigt werden, andere müssen im Rahmen eines bundesweiten Steuerungssystems ausgeglichen werden. Im Folgenden werden die Implikationen der Ergebnisse für die gegenwärtige Entwicklungen einer stärkeren Regionalisierung, perspektivisch zunehmender Versorgungsungerechtigkeit und steigender Notwendigkeit zur Kostenkontrolle diskutiert. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Planungs- und Steuerungssysteme zur Verbesserung einer zielgerichteten, bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Versorgung werden in neun Thesen zusammengefasst.

8.1 Regionalisierung

Die Logik hinter Bestrebungen...

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