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Altchristliche Literatur und kritische Historie bei Franz Overbeck

Vier Studien

Johann-Christoph Emmelius

Der Autor geht in vier Studien der wissenschaftlichen Arbeit des Kirchenhistorikers Franz Overbeck nach. Unter Verwendung unveröffentlichter Vorlesungen rekonstruiert er Overbecks Arbeit am Konzept einer altchristlichen Literaturgeschichte sowie an der Entstehungsgeschichte des neutestamentlichen Kanons. Er zeichnet zudem Reflexionen Overbecks auf wissenschaftliche Kirchenhistorie nach und beschreibt die Verwendung des Begriffs «profane Kirchengeschichte». Er zeigt, wie – im Kontrast zum Öffentlichkeitsanspruch des Aufklärers Kant – Overbecks Öffentlichkeitsscheu als kritischer Historiker des Christentums wächst.
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Studie 1 - Beobachtungen zu Overbecks Gebrauch des Begriffs „profane Kirchengeschichte“ und verwandter Begriffe

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Studie 1 Beobachtungen zu Overbecks Gebrauch des Begriffs „profane Kirchengeschichte“ und verwandter Begriffe1

Das Stichwort „profane Kirchengeschichte“ kann bei der Leserin und dem Leser die Erwartung wecken, die vorliegende Studie werde Overbecks Geschichtskonzeption, also sein Verständnis von Geschichte und Kirchengeschichte, die Grundsätze seiner kirchenhistorischen Arbeit und deren wichtigste Resultate, in einem allgemeinen Überblick darstellen. Diese Erwartung wird die Studie jedoch nicht erfüllen.2 Ihre Zielsetzung ist spezieller: Es geht um Overbecks Verwendung speziell des Begriffs „profane Kirchengeschichte“ und verwandter Begriffe. Dabei wird Overbecks Verständnis von historischer Forschung und ihrer Implikationen am Rande auch zum Thema. Im Mittelpunkt aber steht die folgende Frage: Trifft die mehrfach vertretene These zu, dass Overbeck auf das Ziel, eine „profane Kirchengeschichte“ zu schreiben, hingearbeitet hat, – auf ein Ziel, das zu erreichen ihm letztlich nicht gelungen ist?3 ← 17 | 18 →

1 Belege für das Vorkommen der Begriffe

Die Begriffe „profane Kirchengeschichte“, „profane Behandlung der Kirchengeschichte“ und ähnliche Begriffe verwendet Overbeck in einem engeren und einem weiteren Sinn. Im engeren Sinn bezeichnet „profane Kirchengeschichte“ ein zur Veröffentlichung bestimmtes kirchenhistorisches Werk, ein Buchprojekt. Im weiteren Sinn geht es um eine bestimmte Betrachtungsweise und eine entsprechende historische Bearbeitung der Kirchengeschichte – unabhängig davon, ob ein Einzelproblem oder die gesamte Kirchengeschichte im Blick steht, ob an ein zur Veröffentlichung bestimmtes Buch gedacht ist oder ein nur der eigenen Vergewisserung dienendes kritisches Notat niedergeschrieben wird.

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