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Reflexivität im tschechisch-deutschen Sprachvergleich

Möglichkeiten und Grenzen einer Prognose

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Roland Wagner

Das Buch stellt einen Versuch dar, die Reflexivität von deutschen Verben ausgehend von den Übersetzungsäquivalenten im Tschechischen zu prognostizieren. Aufgrund der Äquivalenzbeziehung zwischen nicht-reflexiven Verben im Tschechischen und Deutschen und verschiedenen grammatischen Parametern erstellt der Autor Prognosen zur Reflexivität der deutschen Äquivalente zu den reflexiven tschechischen Verben. Dies geschieht ohne Rückgriff auf lexikographische Information. Dabei kristallisieren sich sowohl sprachübergreifend übereinstimmende sowie problematische Bereiche der Reflexivität heraus. Gewissermaßen nebenbei prüft der Autor verschiedene linguistische Theorien auf ihre prognostische Kraft hinsichtlich der Reflexivität.
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3. Die generative Perspektive

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3.   Die generative Perspektive

Zur Reflexivität liegt eine umfangreiche Literatur im Rahmen der verschiedenen Versionen und Richtungen der Generativen Grammatik vor, die man auch dann nicht ignorieren kann, wenn man für eigene Arbeiten eine andere theoretische Ausrichtung wählt. Einen Literaturüberblick, der zumindest annähernd Anspruch auf Vollständigkeit erheben könnte, kann ich hier allerdings nicht bieten (für einen umfassenderen Überblick und kritische Diskussion, vgl. z. B. Steinbach 2002; Safir 2004; Dobrovie-Sorin 2009). Im gegenwärtigen Kapitel geht es mir v. a. darum, anhand von einigen exemplarisch ausgewählten Studien mit generativer Ausrichtung zu prüfen, ob generativistische Analysen genauere oder umfassendere Prognosen ermöglichen, als dies im Rahmen der Valenztheorie möglich ist. Da ich insgesamt zu einer negativen Einschätzung kommen werde, sei hier gleich vorausgeschickt, dass es nicht das Ziel dieses Kapitels ist, die vorgestellten Analysen auf ihre Adäquatheit oder gar ihren Wert für die linguistische Forschung hin zu prüfen (auch wenn ich zu einzelnen Punkten kritisch Stellung nehmen werde). Die generative Forschung verfolgt ihre eigenen, theorieinternen Ziele, die sich nicht mit den Zielen meiner Untersuchung decken müssen. Es wäre daher abwegig, solche Arbeiten nach Maßstäben beurteilen zu wollen, die sich aus einem anderen Forschungsprogramm ergeben.

In Anlehnung an Levin/Rappaport Hovav (2005, 18) unterscheide ich projektionistische und konstruktivistische Ansätze (vgl. auch Alexiadou/Anagnostopoulou/ Schäfer 1015, 24). Die Unterscheidung deckt sich in etwa mit der ideengeschichtlich etwas älteren Unterscheidung zwischen lexikalistischen...

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