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Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter

Malte Dittrich

Die im Zivilrecht angesiedelte Arbeit befasst sich mit der Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter. Es wird untersucht, wie und ob die Verbände haften, wenn ein von ihnen eingesetzter Schiedsrichter ein Spiel manipuliert, um für sich oder einen Dritten einen Wettgewinn zu erzielen. Die Verbandswettbewerbe und die Rechtsstellung des Schiedsrichters werden zur Klärung dieser Frage anhand von unveröffentlichten Vertragsunterlagen rechtlich qualifiziert. Für die unterschiedlichen Wettbewerbe werden die Anforderungen bei der Darlegung eines Schadens festgelegt. Ebenso wird aufgezeigt, dass in den meisten Fällen die abgeschlossenen Schiedsgerichtsvereinbarungen mit den Verbänden oder vorherige Schiedsgerichtsurteile den Weg vor die Zivilgerichte nicht versperren.
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2. Kapitel: Historie der Fußballmanipulationen

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2. Kapitel:  Historie der Fußballmanipulationen

In den Bereich des Fußballs hat die Spielmanipulation schon vor längerer Zeit Einzug gehalten und bis zum heutigen Tage häufen sich die Verdachtsfälle manipulierter Spiele. Um sich dem Kernthema anzunähern, sollte zunächst ein Blick auf die Historie von Manipulationsskandalen im Fußball geworfen werden, indem eine Auswahl der größten bekanntengewordenen und dokumentierten Fälle dargestellt wird. Hierbei wird der Blick auch auf internationale Skandale gerichtet, da dort einige spektakuläre Beispiele zu finden sind und die Wettmanipulation seit der Jahrtausendwende, aufgrund von international gut vernetzten Verbrechersyndikaten, zu einem globalen Problem geworden ist. In der chronologischen Aufarbeitung wird allerdings mit der Bundesliga angefangen.

A.  Der Bundesligaskandal

Am Nachmittag des 6. Juni 1971 wurde das bis dato Unvorstellbare enthüllt. In der 1963 gegründeten Bundesliga wurden Spiele manipuliert. Horst Gregorio Canellas, ein Südfrüchte- Großimporteur aus Offenbach, hatte zu seinem 50. Geburtstag geladen. Bei der Feier präsentierte der damalige Präsident der Offenbacher Kickers Tonbänder, auf welchen er geplante Manipulationen mit Spielern von Mannschaften im abgelaufenen Abstiegskampf aufgezeichnet hatte.13 Damit brachte er eine Lawine ins Rollen. Die Saison war zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen und die Offenbacher Kickers hatten es nicht geschafft, den Abstieg aus der Bundeliga zu verhindern. Somit hatte Herr Canellas nichts geheimzuhalten, was für die Kickers von Vorteil gewesen wäre. Fraglich ist deshalb, ob der Skandal auch aufgedeckt worden...

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