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Die Wallonie und Brüssel

Eine Bestandsaufnahme

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Edited By Anne Begenat-Neuschäfer and Marieke Gillessen

Das Buch stellt erstmals die Föderation Wallonie-Brüssel, die Wallonische Region und die Französische Gemeinschaft Belgiens einem deutschen Publikum vor und führt in wesentliche Aspekte des öffentlichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens ein. Neben Bereichen wie Sprache, Literatur, Film, Comic und Wissenschaftsaustausch beleuchtet es auch die Verfassungsreformen aus aktueller Perspektive. Die Autoren erweitern und vervollständigen Themen, die bereits im ersten Band der Reihe «Belgien im Fokus» angesprochen wurden. Ein weiterer Band behandelt die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens.
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Paul Magnette - Deutschland-Wallonie: Nachbarschaft, Einflüsse und Partnerschaften

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Deutschland-Wallonie: Nachbarschaft, Einflüsse und Partnerschaften

Von Chlodwig bis zur Euregio Maas-Rhein ist es nur ein Schritt; ein Schritt oder vielmehr 1 500 Jahre Nähe, Beziehungen – konstruktive oder destruktive – und permanente Einflüsse zwischen unseren Regionen. Sich mit den deutsch-wallonischen Beziehungen zu beschäftigen bedeutet, eineinhalb Jahrtausende Bewegungen, Spannungen und Verständigungen an der Berührungslinie zweier großer Kulturen Europas in Erinnerung zu rufen. Aber es bedeutet auch, und vor allem, unendliche Perspektiven zu öffnen.

In Bezug auf sprachliche Zugehörigkeit wird manchmal vergessen, dass der größte Teil der heutigen Wallonie Ausgangspunkt der Franken-Expansion und Wiege der Karolinger-Dynastie bis zum Vorabend der Moderne politisch von germanischen Königreichen und dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation abhängig war.

Hauptsächlich auf dem Gebiet des ehemaligen Fürstentums Lüttich ist im 19. Jahrhundert eine intellektuelle Germanophilie stark präsent, auch wenn der französische Einfluss maßgeblich ist. Deutsch ist bei Weitem die meistgesprochene und meistgelehrte Fremdsprache in der Wallonie. Die Zahl der deutschen Professoren ist groß an der jungen Universität Lüttich, die sich üblichen Methoden aus Deutschland gegenüber empfänglich zeigt. Der große Lütticher Mediävist Gode­froid Kurth führt dort die Praxis des Seminars ein und junge wallonische Doktoren beenden ihr Studium abwechselnd an den Universitäten beider Länder. Zahlreiche kulturelle Vereine tragen zur Verbreitung deutschen Denkens insbesondere im Osten der Wallonie bei, wohingegen auf der Ebene des...

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