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Denken des Empraktischen

Konstanze Caysa and Harko Benkert

Der Band thematisiert Karl Bühlers Idee des Empraktischen, fasst sie aber zugleich weiter, indem nicht nur auf sprachlich-implizites, sondern leiblich-implizites Vollzugshandeln eingegangen wird. Im Empraktischen geht es demzufolge um leiblich-implizite Wissensformen. Das Empraktische ist ein Wissen-Haben im Tun-Können. Empraktisch wissen wir, was wir wissen, solange wir nicht danach gefragt werden. Oder anders ausgedrückt: Empraktisches Wissen ist ein Wissen, das wir solange haben, solange wir es nicht metastufig problematisieren. Selbst die Reflexionswissenschaft Philosophie, deren Tun wesentlich in der Reflexion besteht, funktioniert wie Sport, Sex, Wissenschaft und Kunst auf der Basis des Empraktischen. Der Band thematisiert demzufolge das Empraktische auf zwei Ebenen: auf der Ebene der Philosophie und auf der Ebene der Kunst.
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Udo Tietz - Kunst und Katastrophe – Der Untergang der Medusa und die Idee von der besten aller möglichen Welten

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Udo Tietz

Kunst und Katastrophe – Der Untergang der Medusa und die Idee von der besten aller möglichen Welten

Dass es zwischen Kunst und Katastrophe einen internen Zusammenhang gibt, ist keine Einsicht unserer Tage. Seit jeher waren Katastrophen ein bevorzugtes Sujet der Kunst. Mindestens seit dem Untergang von Troja, der Urkatastrophe der antiken Welt, hat sich die Kunst für alle nur erdenklichen Formen von Kriegen, Untergängen und Katastrophen interessiert. Daran hat sich zunächst auch unter den Bedingungen der Moderne nichts geändert. Gleichwohl treten seit dem Ausgang des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts Kunst und Katastrophe in ein anderes Verhältnis, insofern nun von Seiten der Kunst das ausbuchstabiert wird, was ich eine Ästhetik der Katastrophe nennen möchte. Und diese Ästhetik, so meine These, entkoppelt die Katastrophe und den Untergang nicht nur von den Prämissen der idealistischen Systementwürfe, wo das „absolut Böse“ als die verursachende Instanz und als Ausdruck der Katastrophe galt, sondern stellt diese darüber hinaus als genuine Möglichkeiten der menschlichen Existenz vor, mit der nicht zu rechnen mindestens naiv, wenn nicht sogar dumm wäre – wobei ich unter Dummheit hier mit Kant einen „Mangel an Urteilskraft“ verstehe, dem abzuhelfen kaum Aussicht auf Erfolg haben dürfte.

Für dieses „absolut Böse“ steht in der Neuzeit das Erdbeben von Lissabon – im 20. Jahrhundert wird hierfür dann der Name von Auschwitz als der Urkatastrophe der Moderne stehen. Seit...

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