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Kohärenz und indirekte Anaphorik

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Zsófia Haase

Ausgehend von einer Sprecherbefragung mit deutschem Sprachmaterial untersucht die Autorin die Verwendung von indirekten pronominalen Anaphern im Deutschen. Die Ergebnisse der empirischen Arbeit bestätigen die zentrale Hypothese der Abhandlung: Den Muttersprachlern erscheint die Verwendung von indirekten pronominalen Anaphern im Deutschen als akzeptabel, wenn der implizite Referent nuklearer Bestandteil der gegebenen Diskursrepräsentation ist. Die Autorin kann somit auf der Grundlage von Grammatikalitätsurteilen zeigen, dass indirekte pronominale Anaphern akzeptierte Kohärenzmittel sind.
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2. Kohärenz und Kohäsion – Begriffsdeutung vor dem Hintergrund diverser textlinguistischer Forschungsansätze

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„Die textuelle Relevanz direkter wie indirekter Anaphern ergibt sich aus ihrer kohärenzstiftenden und referenzetablierenden Funktion.“71 Laut dieser Feststellung von Schwarz sind indirekte Anaphern (sowie die direkten) als Mittel zur Erstellung und Aufrechterhaltung von Kohärenz in einem Text zu betrachten. Über Kohäsion wird in diesem Zusammenhang nicht gesprochen. Um begründen zu können, warum indirekte Anaphern als Kohärenz- und nicht als Kohäsionsmittel aufgefasst werden, sollen in diesem Kapitel die beiden textlinguistischen Grundbegriffe Kohärenz und Kohäsion untersucht werden. Dabei wird eine historische Perspektive gewählt, durch die auch eine Klärung der Begriffsverhältnisse in den verschiedenen textlinguistischen Forschungsansätzen ermöglicht wird. Es werden grundlegend textlinguistische Forschungen auf deutschem Sprachgebiet betrachtet. Vorgestellt werden in chronologischer Reihenfolge die Kohärenz- bzw. Kohäsionsauffassungen des in den Anfängen herrschenden sprachsystematisch ausgerichteten Forschungsansatzes (Transphrastik72), des später an Bedeutung gewinnenden kommunikativ-pragmatischen Ansatzes (pragmatische Wende) und des in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in den Vordergrund tretenden kognitiven Ansatzes.73 Dieser wissenschaftshistorische Überblick wird mit einer Veranschaulichung der Veränderungen in der Verwendung der Begriffe Kohärenz und Kohäsion an einer konkreten Theorie ergänzt. Aufgrund der Monografie von ← 47 | 48 → Schwarz (2000), die die anaphorische Verweisung aus kognitivistischer Perspektive betrachtet, wird gezeigt, welche Gründe zur Veränderung der Rolle der Kohäsion in den deutschsprachigen textlinguistischen Forschungen führen konnten. Anhand dieser Ausführungen soll die Funktion von indirekten Anaphern als Kohärenzmittel als begründet erscheinen.

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