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Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und Jugoslawien

Zeitungsstrukturen und politische Schwerpunktsetzungen

Johann Böhm

Der Autor stellt den Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien in der Zwischenkriegs- und Kriegszeit dar. Er nennt repräsentative Journalisten der erwähnten deutschen Volksgruppen, die es mit ihren Berichten und Kommentaren meisterhaft verstanden, den Kampf um die Macht, die Machtergreifung sowie Ausbau und Sicherung der Macht der NS-Erneuerungsbewegung salonfähig zu machen. Der Autor legt die historischen Sachverhalte und Ereignisse, die bestimmenden Personen und die wichtigsten Einrichtungen im Pressewesen während der Hitler-Diktatur nach Möglichkeit zeitungskundlich fest. Es wäre tief bedauerlich und unverantwortlich, wenn die Sorgen dieser deutschen Volksgruppen nach 1945 die Erfahrungen mit der gleichgeschalteten Presse allzu schnell vergessen ließen.
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Vorwort

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Bei einer kritischen Betrachtung der politischen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der deutschen Bevölkerung in Rumänien, Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien in der Zwischenkriegszeit muss berücksichtigt werden, dass die Regierungen in den erwähnten Ländern der deutschen Minderheit gegenüber feindselig eingestellt waren. Das rief den Widerstand der Deutschen hervor. Zwar war die Bereitschaft der deutschen Minderheit zur Teilnahme am Staatsleben grundsätzlich vorhanden, zentrale Frage war jedoch die politische und wirtschaftliche Position der deutschen Volksgruppen innerhalb der neu entstandenen Staaten Rumänien, Ungarn und Jugoslawien nach dem Ersten Weltkrieg. Diesbezüglich jedoch herrschte Unzufriedenheit in den deutschen Siedlungsräumen, weil die Regierungen dieser Staaten den deutschen Anteil auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet immer mehr einschränkten.

Intellektuelle, die gegen die stiefmütterliche Behandlung der deutschen Minderheit protestierten, hatte es in den deutschen Siedlungsräumen schon bald nach dem Ersten Weltkrieg gegeben. Viele von ihnen hatten in Deutschland studiert und sich dort Burschenschaften oder anderen konservativen Vereinen angeschlossen. Aufgrund dessen hielten sie neben persönlichen und kulturellen Kontakten auch politische Verbindungen zu Deutschland aufrecht, so dass von den politischen Ereignissen im Reich ein großer Einfluss auf diese Personen ausging. Die Art und der Zeitpunkt des Durchbruchs der nationalsozialistischen Ideologie, die von Fritz Fabritius in Siebenbürgen/Rumänien bereits 1922, in Ungarn durch Franz Basch, und in Jugoslawien von Sepp Janko, Josef Trischler und Jakob Awender erst Mitte der Dreißigerjahre verkündet wurde, beweisen, dass der spätere Erfolg derselben weniger...

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