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Robert Gilbert

Eine zeitgeschichtliche Biografie

Christian Walther

Erstmals wird in dieser Biografie das Leben Robert Gilberts an Hand des Nachlasses und einer Vielzahl weiterer Quellen nachgezeichnet. Sein Werk kennt fast jeder, seine Person fast niemand: Der außergewöhnliche Liedtexter und Lyriker hat mit so gegensätzlichen Komponisten wie Werner Richard Heymann («Das gibt’s nur einmal») und Hanns Eisler («Stempellied») gearbeitet. Im Wiener Exil schrieb er als «Tarner Brother», in Paris befreundete er sich mit Hannah Arendt, in New York kämpfte er ums Überleben. Er wandelte sich vom KPD-Sympathisanten zum Antikommunisten. 1949 kehrte er nach Europa zurück und arbeitete mit Erich Kästner für das Münchner Kabarett Die kleine Freiheit. Es folgte eine Karriere als Übersetzer amerikanischer Musicals wie My Fair Lady.
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XI. Fazit

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XI.  Fazit

Zusammenfassung

Während das Werk Robert Gilberts in vielen Teilen nach wie vor außerordentlich populär ist, ist seine Biografie bislang weitgehend unbekannt. Die unter seiner Mitwirkung, zuletzt auch unter Mitwirkung seiner Tochter bekannt gewordenen Teile sind – jenseits der ganz großen Linien – zu einem beträchtlichen Teil unzutreffend, teilweise verfälscht oder bislang nicht belegbar, gelegentlich widersprüchlich, oft dramatisiert und daher korrekturbedürftig.

Robert Gilbert wird 1899 in Berlin als Sohn von Max und Rosa Winterfeld geboren und unter dem Namen David Robert Winterfeld standesamtlich eingetragen. Die Eltern sind – wie es in der Geburtsurkunde heißt – „mosaischen“ Glaubens. Der Vater arbeitet als Kapellmeister kleinerer Orchester, macht aber schon bald unter dem Namen Jean Gilbert Karriere als Operettenkomponist. Von einem Aufwachsen „in proletarischen Verhältnissen“ – wie Gilbert selbst gerne glauben macht – kann ernsthaft kaum die Rede sein. Der Sohn wird früh musikalisch ausgebildet, entwickelt aber zunächst andere Interessen: Literatur, Philosophie, Politik. Anfang der 20er Jahre lernt er Heinrich Blücher kennen, der zu einem lebenslangen Freund werden wird. Blücher bewegt sich in linksradikalen Kreisen, zu denen nun auch Robert Winterfeld stößt. Für diese Phase seines Lebens gibt es allerdings jenseits seiner in dieser Hinsicht mageren Selbstzeugnisse nur wenige belastbare Belege. Dabei ist gerade diese Phase hochspannend, zeigt sie doch einen Gilbert, der sich vom elterlichen Milieu abwendet, ihm aber doch verhaftet bleibt. Zu wünschen wäre, dass hier durch vertiefende...

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