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Nachwuchs für die Literatur

Kinder- und Jugendprogramme ausgewählter Literaturhäuser Deutschlands, Österreichs und der Schweiz

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Susann Sophie Schmitt

Literaturhäuser als kulturelle und zumeist öffentlich subventionierte Institutionen wurden ab Mitte der 1980er Jahre in dem Bestreben gegründet, einen Ort für die Vermittlung und Präsentation von Literatur zu schaffen. Dieser Vermittlungsgedanke war es auch, der 2009 die Gründung eines «Jungen Literaturhauses» auf den Weg brachte. Dieses Buch beinhaltet die erste Untersuchung, die sich auf die kinder- und jugendliterarischen Aktivitäten ausgewählter Literaturhäuser Deutschlands, Österreichs und der Schweiz konzentriert. Der Erfolg der Häuser, so wird gezeigt, hängt nicht zuletzt auch davon ab, inwieweit es ihnen gelingt, Kinder und Jugendliche mit den eigenen Angeboten vertraut zu machen. Die Autorin erörtert, wie Literaturhäuser sich neben ihrem Stammpublikum eine neue, junge Publikumsbasis erschließen und auf welche Weise sie Kinder und Jugendliche zu aktiver kultureller Teilhabe führen können.
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I. Das Junge Literaturhaus – die Entstehungsgeschichte einer Institution

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I.  Das Junge Literaturhaus – die Entstehungsgeschichte einer Institution

1.  Der „Kindersalon“ als Vorläufer der Jungen Literaturhäuser

1.1  Lesegesellschaften und literarische Salons

Die Gründungsbestrebungen der ersten Literaturhäuser lassen sich auf die Mitte der 1980er Jahre datieren, weshalb die Häuser als verhältnismäßig junge Institutionen der Literaturvermittlung betrachtet werden können. Sie entstehen jedoch nicht ohne den Rückgriff auf Traditionen und Entwicklungen, die sich bereits im 18. und 19. Jahrhundert in Deutschland, Österreich und der Schweiz verorten lassen. Demnach basieren die im Folgenden gezogenen Vergleiche zwischen der Institution des Literaturhauses und historischen Einrichtungen wie Lesezirkeln, Lesegesellschaften und literarischen Salons auf ähnlichen Strukturmerkmalen der Einrichtungen. Sie sind zwar nicht unmittelbarer Vorläufer der Institution und somit kein identisches Modell, anhand ihrer Beschreibung lassen sich aber durchaus Parallelen aufzeigen, die ein besseres Verständnis des zu untersuchenden Gegenstandes ermöglichen und dabei verdeutlichen, dass die Literaturhäuser der Gegenwart den Vergleich mit den vor mehr als 200 Jahren entstandenen literarischen Zirkeln und Einrichtungen bewusst suchen und sich in dieser Tradition fortschreiben.86 Zwar wird von Forschungsseite immer wieder auf die Verbindungen der Literaturhäuser zu den obengenannten Institutionen des 18. und 19. Jahrhunderts verwiesen87, ein Beleg anhand nachvollziehbarer Beispiele und vor allem mit Blick auf die Jungen Literaturhäuser erfolgt dabei jedoch nicht. Aus diesem Grund soll eine Betrachtung der historischen Gewachsenheit der einzelnen Vereinigungen und Zusammenschlüsse dabei helfen, die Institution Literaturhaus in ihrer heutigen Ausprägung...

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