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Inter- und transkulturelles Lernen im Englischunterricht der Sekundarstufe II

Das didaktische Modell der Transnational Cultural Studies in Theorie und Unterrichtspraxis

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Philipp Siepmann

Dieses Buch leistet einen Beitrag zur Debatte um eine transkulturelle Öffnung der englischen Kultur- und Literaturdidaktik. Es sucht dazu den Dialog mit den American Studies. Ähnlich wie in der Fachdidaktik hat sich hier mit dem transnational turn eine Revision der kulturtheoretischen Grundlagen vollzogen. Die Transnational Studies untersuchen Amerika im globalen Zeitalter verstärkt hinsichtlich seiner transnationalen und transkulturellen Verbindungen. Basierend auf den Schlüsselkonzepten des Forschungsprogramms der Transnational American Studies sowie auf Ansätzen der Cultural Studies im Englischunterricht entwickelt der Autor ein didaktisches Modell zur Gestaltung inter- und transkultureller Lernprozesse der Sekundarstufe II (Transnational Cultural Studies).
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5. „We were self-invented and self-made“: Literaturdidaktische Perspektiven der Transnational Cultural Studies

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5.  „We were self-invented and self-made“: Literaturdidaktische Perspektiven der Transnational Cultural Studies

Literarische Texte genießen, trotz der Konkurrenz durch neue Medien, auch heute noch einen hohen Stellenwert im Englischunterricht. Für ihren Einsatz lassen sich aus fremdsprachendidaktischer Sicht zahlreiche Gründe nennen, von denen Nünning und Surkamp (2010) einige anführen: Anders als Lehrbuchtexte, die eigens für den Einsatz im Fremdsprachenunterricht verfasst werden und in erster Linie didaktischen Zwecken dienen, sind fremdsprachliche literarische Texte authentische Quellen, die Schülerinnen und Schülern Einblick in eine fremde Lebenswirklichkeit vermitteln können, zugleich aber auch eine Reflexion des eigenen Selbst- und Weltbilds ermöglichen. Insbesondere narrative Texte können motivierend wirken und Schülerinnen und Schüler über eine spannende Geschichte zu einer intensiven Auseinandersetzung mit einer fremden Sprache und Kultur anregen. Durch ihr hohes Identifikationspotenzial können sie neben kognitiven auch affektive Lernprozesse initiieren und Fremdverstehen fördern (vgl. Nünning/Surkamp 2010:12ff).

Das didaktische Potenzial von Literatur reicht über die von Nünning und Surkamp genannten Punkte noch hinaus. Literarische Texte zeichnen oftmals Gegenentwürfe zu dominanten Konzepten und Diskursen und sind somit zugleich Indikatoren und Triebfedern gesellschaftlichen und kulturellen Wandels. Die transkulturelle Öffnung des Englischunterrichts, wie sie in Kapitel 2 diskutiert worden ist, fordert die Literaturdidaktik dazu auf, diesem ‚transgressiven’ Aspekt von Literatur im Unterricht mehr Gewicht zu verleihen. So kann transnationale und transkulturelle Literatur die Kontingenz des Nationalstaats als geographischem, politischem, sozialem und kulturellem Raum zeigen, indem...

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