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Die Querverweise im Pentateuch

Überlieferungsgeschichtliche Untersuchung der expliziten Querverbindungen innerhalb des vorpriesterlichen Pentateuchs

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Rainer Kessler

Wie ist der Pentateuch, sofern er nicht zur Priesterschrift gehört, entstanden? Wurden durchlaufende Quellen kombiniert? Oder wurden kleinere Einheiten zu größeren Blöcken zusammengefügt, bis schließlich redaktionelle Stellen den Pentateuch als Ganzen überblicken? Die hier erstmals im Druck vorliegende Untersuchung von 1972 – «aus der ganz frühen Phase der kritischen Anfragen an die bis dahin fraglos gültige Drei-Quellen-Theorie» (R. Albertz) – setzt an den Querverweisen zwischen den Überlieferungen an. Sie stellt das Quellenmodell in Frage und plädiert für eine überlieferungsgeschichtliche Lösung. Der deuteronomistischen Redaktion weist sie dabei eine Schlüsselrolle für die Gesamtkomposition zu. In einem Geleitwort nimmt R. Albertz eine forschungsgeschichtliche Einordnung der Arbeit vor.
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3.) Die zwei Schichten der Väterverheißung

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Wir haben bisher bei der Besprechung der Funktion des Verheißungsmotivs für die Gesamtkomposition des Pentateuchs von der Unterscheidung zwischen [–319–] der D-Bearbeitung und dem ihr vorgegebenen Bestand des Pentateuchs abgesehen. Nun ist es aber so, daß eine große Anzahl von Erwähnungen der Väterverheißung der D-Bearbeitung zugehören. Es handelt sich um die folgenden Stellen: Gen 22,15–18; 24,7; 26,3f.24; 50,24; Ex 12,25; 13,5.11; 32,13; 33,1; Num 11,12; 14,16.23; 32,11.

Sieht man von der D-Bearbeitung ab, dann verschiebt sich etwas das Bild von der Rolle, die das Verheißungsmotiv im Aufbau des Pentateuchs spielt. Zunächst bleibt es freilich dabei, daß die Väterverheißung an den entscheidenden Stellen der Genesis erscheint: Gen 12,1–8; Kap. 15 mit v. 13–16; 28,13–16; 46,1–5a, dazu 13,14–17; 18,18; 21,13 indirekt; 32,13. Es entfallen aber sämtliche Stellen, an denen explizit die zum Volk angewachsenen „Israel-Söhne“ rückblickend die Verheißung auf ihre Volkwerdung und zukünftige Landnahme beziehen, wobei allerdings eventuelle Verluste bei der Verkürzung der älteren Landnahmeerzählung in Rechnung gestellt werden müssen. Das bedeutete, daß in einem früheren Stadium der Redaktionsgeschichte des Pentateuchs die Verklammerung der Überlieferungen mittels des ausgeweiteten Verheißungsmotivs weniger fest war, als es jetzt durch die häufige Wiederaufnahme des Motivs durch die D-Bearbeitung von Gen 50,24 an der Fall ist....

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