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Der Verfügungsmachtbegriff bei Umsatzrealisation und Leasingverträgen nach IFRS

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Serpin Caliskan

Die Autorin analysiert den Verfügungsmachtbegriff und dessen Eignung als Realisationsmerkmal in der Umsatzrealisierung und Leasingbilanzierung nach IFRS. Bisher zeichneten heterogene Konzepte und Regelungslücken die Umsatzrealisierung nach IFRS und US-GAAP aus. Im Rahmen des Konvergenzprojektes von IASB und FASB nahm man sich dieser Problematiken an und gab im Mai 2014 den IFRS 15 «Revenue from Contracts with Customers» heraus. In enger Beziehung steht das Projekt zur Leasingbilanzierung. Beiden Projekten ist die zentrale Rolle des Verfügungsmachtbegriffs gemein, mit dem sich bislang nicht ausreichend kritisch auseinandergesetzt wurde. Die Autorin zeigt zahlreiche offene Fragen und Inkonsistenzen im IFRS 15 auf und bemängelt ein divergierendes Nutzenverständnis der Verfügungsmachtbegriffe bei Umsatzrealisierung und Leasing.
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1. Problemstellung

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1.  Problemstellung

Das im Juni 1973 ins Leben gerufene International Accounting Standards Committee (IASC), die dem International Accounting Standards Board (IASB) vorhergehende Körperschaft, nahm sich vor, weltweit etablierte Standards zu schaffen, um eine globale Harmonisierung der Rechnungslegungsgrundsätze, -methoden und -verfahren zu erreichen.1 In der nachfolgenden Zeit hat es diverse, vornehmlich kasuistisch geprägte, Standards zu unterschiedlichen Bilanzierungssachverhalten erlassen.2 Inhaltlich zeichnen sich die Verlautbarungen des IASC, die auch gegenwärtig noch gültigen International Accounting Standards (IAS), durch eine Vielzahl von Wahlrechten aus, die aus notwendigen Kompromissen zur Konsensfindung zwischen den unterschiedlichen nationalen Auffassungen resultierten.3 Während das IASC den Kompromiss zwischen unterschiedlichen nationalen Rechnungslegungskulturen suchte, verfolgt der im April 2001 gegründete IASB die Entwicklung einer einheitlichen Rechnungslegung, frei von Wahlrechten4 – so auch in dem gegenwärtigen Konvergenzprojekt, das der IASB gemeinsam mit dem Financial Accounting Standards Board (FASB), dem US-amerikanischen Standardsetzer, in die Wege leitete. Die Absicht, mit der dieses Projekt hervorgebracht wurde, zeigt zudem ein weiteres Ziel der Arbeit des IASB, die Angleichung5 der weltweit bedeutendsten Rechnungslegungswerke in wesentlichen Bereichen.6 Der Fortgang des gemeinsamen Konvergenzbestrebens von IASB und FASB wird gegenwärtig von Rechnungslegungsregulierung, -praxis und -forschung ex aequo verfolgt.7 ← 1 | 2 →

Ein Teilprojekt von herausragender Bedeutung im Rahmen dieser Konvergenzbemühungen stellt die Überarbeitung der Erlöserfassungsregeln dar.8 Dieses Teilprojekt ist aus zwei Gründen von besonderem Interesse. Zum einen kommt der in der Erfolgsrechnung ausgewiesenen Kennzahl „Umsatzerlöse“ realiter unter dem Gesichtspunkt der Bewertung der Unternehmensleistung...

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