Show Less
Restricted access

Ertragsteueroptimale Sanierungsstrategien für Kapitalgesellschaften

Rahmenbedingungen – Instrumente – Handlungsempfehlungen

Series:

Frank Kautzmann

Im Buch werden Sanierungsstrategien für Kapitalgesellschaften vorgestellt. Das deutsche Steuerrecht kennt kein eigenes Sanierungssteuerrecht, sondern nur partielle Regelungen, die Unternehmenssanierungen in besonderem Maße würdigen. Sanierende sind mit einer hochkomplexen Entscheidungssituation konfrontiert, die unter steuerlichen Aspekten mit erheblicher Rechtsunsicherheit verbunden ist. Der Autor untersucht die steuerlichen Rahmenbedingungen aus Verlustverrechnungsbeschränkungen, der Besteuerung von Sanierungsgewinnen und der Nichtberücksichtigung von Gewinnminderungen unter Berücksichtigung der nationalen und europäischen Rechtsprechung. Er analysiert und systematisiert typische Sanierungsinstrumente und zeigt ertragsteuerliche Optimierungsstrategien auf.
Show Summary Details
Restricted access

C. Rahmenbedingungen

Extract



I. Steuerliche Problemfelder der Sanierung

Ein explizites Sanierungssteuerrecht existiert in Deutschland nicht. Die steuerlichen Folgen während einer Sanierung richten sich folglich nach den allgemeinen Bestimmungen des deutschen Ertragsteuerrechts. Es existieren aber Normen, die durch die Umstände während einer Sanierung für Kapitalgesellschaften von besonderer Bedeutung sind.

Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Vorschriften, die entweder den Verlustabzug zeitlich strecken oder insgesamt verhindern bzw. eine Berücksichtigung von Sanierungsbeiträgen beim Initianten einer Sanierungsmaßnahme einschränken. Als einzige, nur im Erlasswege verabschiedete Sonderregelung in Sanierungsfällen ist außerdem der Sanierungserlass von besonderer Bedeutung.

Im Folgenden werden deshalb die Vorschriften der Mindestbesteuerung nach § 10d EStG, der Verlustabzugsbeschränkung für Körperschaften nach § 8c KStG, § 8b Abs. 3 S. 4 KStG und der Sanierungserlass als Eckpfeiler des „Sanierungssteuerrechts“ einer genaueren Analyse unterzogen.

II. Mindestbesteuerung

1. Verlustabzug als Ausdruck des objektiven Nettoprinzips

Die Gewährung einer Verlustverrechnungsmöglichkeit ist Ausdruck des objektiven Nettoprinzips und Belastungsgrundsatzentscheidung des deutschen Ertragsteuerrechts.120 Eine Verlustverrechnung stellt auch in Sanierungsfällen keine Steuervergünstigung dar, sondern ist das logische Pendant zur Gewinnbesteuerung.121 Dies resultiert bereits aus dem Ermittlungsvorgang der Bemessungsgrundlage, die sich aus den um Erwerbsaufwendungen geminderten Einnahmen ergibt, § 2 Abs. 2 EStG.122

Da es sich bei der Körperschaftsteuer gem. § 7 Abs. 3 KStG um eine Jahressteuer handelt, ist eine Verlustverrechnung zunächst für verschiedene Einkunftsarten123 ← 27 | 28 → derselben Periode durchzuführen.124 Bei Kapitalgesellschaften...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.