Show Less
Restricted access

Gesellschaftskritik in Wilhelm Genazinos Roman «Das Glück in glücksfernen Zeiten»

Series:

Matthias Hoffmann

In Wilhelm Genazinos Roman Das Glück in glücksfernen Zeiten wird nichts Geringeres verhandelt als die existenzielle Suche des Protagonisten nach einem sinnvollen Leben. Matthias Hoffmann untersucht das Buch als kritischen Gegenwartsroman und verbindet die Lektüre mit subjektphilosophischen und poetologischen Aspekten. Die entscheidende Frage dabei ist: Wie wollen wir in Zukunft leben? Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen und Entwicklungen fehlen dabei ebenso wenig wie Elemente aus verschiedenen theoretischen Positionen. Zu diesen zählen u. a.: Stéphane Hessel, Michel Foucault, Oskar Negt, Martin Heidegger und Slavoj Žižek.
Show Summary Details
Restricted access

I. Einleitung

Extract



Im 2009 erschienenen Roman Das Glück in glücksfernen Zeiten wird nichts Geringeres verhandelt als die existenzielle Suche des Protagonisten Gerhard Warlich nach (s)einem sinnvollen Leben. Die literarische Auseinandersetzung mit der Komplexität der Lebensverhältnisse in der modernen Gesellschaft ist dabei eine besondere Form von Reflexion gegenwärtiger Um- oder Missstände, die in diesem Fall neue Ausdrucksformen sucht, um die Realität in einer Perspektivverschmelzung anhand des Protagonisten zu dechiffrieren. So stehen in dieser Arbeit vor allem die gesellschaftskritischen Aspekte des Romans im Vordergrund. Es soll ausgelotet werden, welche Thematiken in den Fokus gerückt wurden und welche spezifische Umsetzung diese innerhalb des Romans erfahren. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf den Aspekt des Scheiterns gelegt, der vor allem im Kontext einer gesellschaftskritischen Auseinandersetzung eine große Rolle spielt. Zunächst wirft ein kritischer Zeitroman aber zwei grundsätzliche Fragen der Verfahrensweise auf: zum einen die Frage danach, was eigentlich Kritik ist und welcher Gegenstand gewählt wird, in dessen Kontext die thematische Auseinandersetzung betrieben wird, und zum anderen, ob es in der eigentümlichen literarischen Umformung der Realität durch spezifische literarische Mittel eine Korrelation mit derzeitigen gesellschaftlichen Verhältnissen gibt. Mit anderen Worten: Welches Problem herrscht vor, wie erkennt man es, gibt es einen konkreten Realitätsbezug, und welche Gestaltungsmöglichkeiten bietet die Form des Romans dafür an? Um die Offenheit mit dem Umgang des Romans zu wahren, wird in der Analyse keine einseitige Theorie als Erörterungsgrundlage verfolgt. In den...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.