Show Less
Restricted access

Gewalt im Namen Gottes

Die Verantwortung der Religionen für Krieg und Frieden – 16. Ökumenische Sommerakademie Kremsmünster 2014

Series:

Severin J. Lederhilger

Der Islamische Staat in Syrien und im Irak, die Massaker von Boko Haram in Nigeria – immer neue religiös motivierte Terrorakte rufen weltweite Betroffenheit hervor, auch unter gläubigen Menschen. Weder Bibel noch Koran rechtfertigen einfach jegliche Gewalttat oder Krieg im Namen Gottes, wenn man sich mit Sprache und Sinn dieser Texte kritisch auseinandersetzt. Der Tagungsband der 16. Ökumenischen Sommerakademie Kremsmünster 2014 dokumentiert Vorträge mit unterschiedlichem konfessionellen, religiösen und weltanschaulichen Hintergrund. Sie alle beschäftigen sich mit der Thematik religiös motivierter Gewalt aus der Perspektive der Philosophie, der Praktischen Theologie und Religionspädagogik, der Religions-, Bibel- und Islamwissenschaft. Zu Wort kommen auch Repräsentanten der Friedensarbeit im Militär, in christlichen Vereinigungen und in der kirchlichen Pastoral.
Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

Extract



Es sind gut 100 Jahre vergangen seit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der gern als „die Ur-Katastrophe“1 des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird und dessen Folgen auch zum Zweiten Weltkrieg geführt haben, obwohl die unmittelbaren Zusammenhänge sowohl hinsichtlich der auslösenden Faktoren als auch der Konsequenzen für die Destabilisierung des gesellschaftlichen Gefüges in der Nachkriegszeit durchaus komplexer anzunehmen sind.2 Der katholische Linzer Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz SDB betont in seinem Grußwort zur Tagung, dass uns das Gedenken an das dramatische Ereignis des Ersten Weltkrieges, „gesellschaftlich und kirchlich einen schwierigen Auftrag [gibt]. Wir müssen ein hartes Erbe der Geschichte verarbeiten, mehr noch: aufarbeiten für unsere eigene gute Zukunft. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Europa intensiv mit dem Nationalsozialismus, mit dem Rassismus und dem Zweiten Weltkrieg befasst. Hier konnte man die Urheber, die Verbrechen und Verbrecher leichter darstellen und zugleich klarer auf Distanz gehen zu ihnen. Der Erste Weltkrieg hingegen wurde so durch den Zweiten in den Schatten gestellt, obwohl dieser doch ebenfalls eine unvorstellbare Riesen-Katastrophe mit zahlreichen grausamen Verbrechen war. Dieser Krieg forderte weit über 10 Millionen Tote und ließ für immens viele Menschen den Tod, die Verstümmelung und die Vertreibung zu einem massenhaften Alptraum werden. Viele Millionen wussten nicht mehr, ob sie ihre Heimat bewahren und das Leben von sich und ihren Familien davonbringen konnten. Der Erste Weltkrieg […] bereitete jenes giftige Klima auf, in dem der noch größere Schrecken der 1930er Jahre seine brutale Chance erhalten...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.