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Populäre Geschichtsmagazine in internationaler Perspektive

Interdisziplinäre Zugriffe und ausgewählte Fallbeispiele

Susanne Popp, Jutta Schumann, Fabio Crivellari, Michael Wobring and Claudius Springkart

Seit Jahrhundertbeginn boomt der Markt populärer Geschichtsmagazine in Europa und anderen Weltregionen. Ihre Vielfalt und Auflagenhöhe machen sie zu bislang weithin unterschätzten Agenten der öffentlichen Geschichtskultur und des «Histotainments».
Dieser Band widmet sich dem Phänomen aus geschichtsdidaktischer, medienpsychologischer sowie kultur- und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive. Darüber hinaus analysieren zehn Länderstudien die Marktbedingungen und die Geschichtspräsentationen auf den Coverseiten von 20 internationalen Magazinen. Von Interesse ist das Buch für Vertreter/-innen der Geschichts-, Politik- und Mediendidaktik, der Kultur- und Kommunikationswissenschaften sowie des (Geschichts-)Journalismus und der Lehrerbildung.
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Stephan Jaeger - Populäre Geschichtsschreibung. Eine narratologische Perspektive

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Stephan Jaeger

Populäre Geschichtsschreibung. Eine narratologische Perspektive

1. Einführung

Der SPIEGEL-Redakteur Michael Sontheimer beginnt das von ihm verfasste Kapitel „Hitlers Blitzkriege“ aus der Veröffentlichung des SPIEGEL-Buchverlages „Der 2. Weltkrieg. Wendepunkte der deutschen Geschichte“ mit dem Satz: „Es ist der Nachmittag des 21. Juni 1940, als Adolf Hitler in Compiègne nordöstlich von Paris eintrifft.“1 Sontheimer fährt fort zu erzählen, wie Hitler an besagtem Tag einen Gedenkstein zum Kriegsende des Ersten Weltkriegs entdeckt, auf dem vom „verbrecherische[n] Hochmut“ des Deutschen Kaiserreichs zu lesen ist, und wie er befiehlt, ihn schleifen zu lassen. Nach der anschließenden Beschreibung der Zeremonie des Waffenstillstandsabkommens wird mit den Worten von Hitlers Leibfotograf Heinrich Hoffmann von Hitlers Ankunft in Paris erzählt: „Stumm und andächtig stand er vor dem Sarkophag Napoleons. Was ging in ihm vor? Zog er Parallelen zwischen sich und dem Mann, der Europa beherrscht hatte?“2 Die folgende umjubelte Rückkehr Hitlers nach Berlin beschreibt Sontheimer mit folgenden Worten: „Die Deutschen stehen nahezu geschlossen hinter ihrem ‚Führer‘. Er hat es geschafft, so räumen selbst Anhänger der Kommunisten und Sozialdemokraten ein, den verhassten Vertrag von Versailles zu revidieren.“3

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