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Argumentative Strategien in deutschen und italienischen wissenschaftlichen Artikeln

Am Beispiel der Soziologie und der Sprachwissenschaft

Series:

Tiziana Roncoroni

Gegenstand des Buches ist die Bestimmung globaler Argumentationsstrategien und -stile in wissenschaftlichen Artikeln. Ein kontrastives Verständnis der argumentativen Abläufe bringt der Autorin zufolge große Vorteile für die interkulturelle Kommunikation und Integration. So zeichnet sich der italienische Diskurs durch persönliche Komponenten, Bescheidenheitstopos, induktive, indirekte, graduelle und komplexe Argumentationen aus. Den deutschen Diskurs kennzeichnen dagegen argumentative Stärke, Direktheit und Explizitheit. Die linguistischen Studien sind öfter informativ mit teleologischen Argumenten. In der Soziologie argumentiert man komplex, aber direkt. Diese Unterschiede spiegeln einen zu fördernden Reichtum an Denkweisen und heuristischen Wegen wider.
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8. Einführung in die Studie

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8.  Einführung in die Studie

8.1  Vorgehensweise

8.1.1  Qualitative Methode und Eingrenzung der Subjektivität (intercoder agreement)

Rein quantitative Verfahren kommen für die vorliegende Studie nicht in Frage, weil sie über Funktionen wenig aussagen (vgl. Thielmann 2009: 26–31). Ein wesentliches Problem quantitativer Verfahren liegt außerdem in den Untersuchungskategorien, die bereits im Vorfeld feststehen.160 Hingegen eignen sich qualitative Verfahren für die hier angestrebten Ziele besser. Im Vordergrund qualitativer Studien stehen beispielsweise sprachliche, mentale und soziale Prozesse (vgl. Baumann 2009: 10 und 18).161 In dieser Perspektive ist die Subjektivität des Forschers nicht nachteilig zu bewerten, sondern nur zu berücksichtigen. Wichtig ist, dass qualitativ durchgeführte Studien auch intersubjektiv nachvollziehbar sind (vgl. Baumann 2009: 25). Bei der Analyse der Argumentation lässt sich ein gewisser Spielraum an subjektiver Interpretation umso weniger vermeiden.162 Um die Willkür zu überwinden und gleichzeitig der Vielfalt des untersuchten Phänomens Rechnung zu tragen, ist m. E. ein Zusammenspiel zwischen Empirie und ihrer Systematisierung zu realisieren.

Methodisch vielversprechend ist die Inhaltsanalyse: „Die Inhaltsanalyse ist eine empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen“ ← 133 | 134 → (Früh 72011: 27).163 In der Inhaltsanalyse wird folgendermaßen vorgegangen: 1) Die Fragestellung und die Forschungshypothesen werden formuliert (theory and rational). 2) Die Auffassung der Grundbegriffe der Fragestellung wird offengelegt und danach orientiert sich die erste Wahl der Untersuchungskategorien (hinzu kommt aber das offene Kodieren, s. Fußnote 170) (conceptualization)...

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