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Die Reproduktion sozialer Ungleichheiten in der Freiwilligenarbeit

Theoretische Perspektiven und empirische Analysen zur sozialen Schließung und Hierarchisierung in der Freiwilligenarbeit

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Paul Rameder

Paul Rameder widmet sich der Frage, in welcher Form und in welchen Bereichen die Freiwilligenarbeit einen Beitrag zur Genese und Reproduktion sozialer Ungleichheiten leistet. Durch die Aura der Freiwilligkeit und Uneigennützigkeit entziehen sich die sozial nachteiligen Effekte der Freiwilligenarbeit der öffentlichen Wahrnehmung und expliziten Kritik. Die multivariaten Analysen von Mikrozensusdaten aus Österreich zeigen, dass der Zugang zur Freiwilligenarbeit in hohem Maße durch die Ressourcenausstattung der Individuen geprägt ist. Auch die Funktionsverteilung innerhalb der Freiwilligenarbeit reproduziert die ungleichen sozialen Machtverhältnisse. So tragen die Mechanismen der sozialen Schließung und Hierarchisierung auch in den Feldern der Freiwilligenarbeit zu einer Verfestigung gesellschaftlicher Ungleichheiten bei.
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(IV) Schlussfolgerungen

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Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit, d.h. der theoretischen Erörterung in Kapitel (1) sowie der empirischen Analysen in Kapitel (III) verweisen auf die verborgenen (negativen) Konsequenzen und die nichterfüllbaren Erwartungen, die an die Freiwilligenarbeit derzeit gerichtet werden. Die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen gliedern sich 1) in die Relevanz für die weitere Forschung und 2) in die Relevanz für Akteure und Handlungsfelder auf individueller, organisationaler, politischer und gesamtgesellschaftlicher Ebene. Den Abschluss bildet ein allgemeines Fazit.

(IV) 1.Relevanz der Ergebnisse für die weitere Forschung

Die empirischen Ergebnisse zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in der Freiwilligenarbeit leisten einen wichtigen Beitrag zur differenzierten Erforschung der Determinanten der Freiwilligenarbeit und eröffneten darüber hinaus einen kritischen Blick auf den Zusammenhang zwischen den Zugangsvoraussetzung und den Auswirkungen der Freiwilligenarbeit. Insbesondere die Ergebnisse zum Einfluss der sozialen Merkmale auf die interne Hierarchisierung tragen zur weiterführenden Erforschung der verschleierten Tradierung gesellschaftlicher Machtverhältnisse bei. Konkret, hat die ungleichheitstheoretische Perspektive erstmals dazu angeregt, die Forschungsarbeiten zu den Auswirkungen der Freiwilligenarbeit mit ihren Voraussetzungen in Beziehung zu setzen und den Blick auf mögliche ungleichheitsgenerierende Prozesse zu schärfen. Der Nachweis der sowohl feldübergreifenden als auch feldspezifischen Bedeutung der Determinanten bietet ein differenziertes Bild der Selektionseffekte, die in der Freiwilligenarbeit wirksam sind. Die theoretischen Perspektiven und empirischen Ergebnisse zum Zusammenhang von Freiwilligenarbeit und sozialer Ungleichheit öffnen dabei den Blick für den Bedarf an künftigen Forschungsarbeiten, die die Engagementforschung und Ungleichheitsforschung methodisch wie theoretisch stärker miteinander verschr...

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