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Karrieremapping für Nautikerinnen und Nautiker

Eine evidenzbasierte Analyse von Handlungsempfehlungen zur Einrichtung eines "Graduiertenkolleg Nautik</I>

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Susanne Neumann

Das Buch liefert Handlungsempfehlungen für die Einrichtung eines Graduiertenkollegs Nautik, das im Gegensatz zu anderen Fachrichtungen bis heute nicht existiert. Inhaberinnen und Inhaber nautischer Befähigungszeugnisse sind bei Berufsantritt für den Dienst an Bord gut qualifiziert. Ein Karriereweg in wissenschaftliche Bereiche wird nach der Zeit auf See aber selten in Betracht gezogen. Ein möglicher Grund könnte im Mangel an strukturierten Promotionsmöglichkeiten im Rahmen eines Graduiertenkollegs liegen. Die Autorin zeigt, wie etwaige Kompetenzlücken geschlossen und so der Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn für Nautikerinnen und Nautiker erleichtert werden könnte. Die Handlungsempfehlungen basieren u. a. auf Erstellung und Abgleich eines Anforderungs-, Kompetenz- und Erwartungsprofils.
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6. Abgleich von Kompetenz-, Anforderungs- und Erwartungsprofil: Diskussion der Ergebnisse

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Die genauere Betrachtung der einzelnen Profile hat gezeigt, dass Nautikerinnen und Nautiker im Rahmen ihrer grundständigen Hochschulausbildung viele Kompetenzen erwerben können, die sie für ihre lebenslangen Karrieren benötigen. Die Kompetenzen, die nicht bereits oder nicht ausreichend im Nautik-Studium erworben werden konnten, sind: biografische Kompetenz, Empathie, Flexibilität, Fremdsprachenkompetenz, Genderkompetenz, Netzwerkkompetenz, Kritikkompetenz, Selbstlernkompetenz, Selbstmanagement/-organisation, Vermittlungskompetenz und wissenschaft­liches Arbeiten. Hinzu kommt die von Organisationen gewünschte Seefahrtzeit. Während Organisationen Genderkompetenz, Kritikkompetenz und Netzwerkkompetenz als relevant ansehen, und auch die Bedeutung der Flexibilität hervorheben, scheinen die erstgenannten drei Kompetenzen Nautikerinnen und Nautiker selbst nicht als relevant einzuschätzen. Dennoch sind es die Anforderungen der Organisationen – und ein Vorhandensein auch dieser Kompetenzen kann unter Umständen die Employability erhöhen. Im Idealfall (für Beschäftigte wie für Beschäftigende) wären nämlich das Anforderungs- und das Erwartungsprofil deckungsgleich. Für Nautikerinnen und Nautiker erscheint vielmehr die biografische Kompetenz von Bedeutung, weil sie mit ihr die eigene Karrieremap aktiv gestalten und ausgetretene Pfade verlassen könnten. Eine Kompetenz, die sowohl Nautikerinnen und Nautiker als auch Organisationen als unerlässlich erachten, ist die Selbstlernkompetenz. Gerade vor dem Hinterhrund des schnellen Wandels in der Arbeitswelt ist es notwendig, dass Individuen in angemessener Zeit und selbständig Wissenslücken etc. identifizieren und auffüllen. Bezüglich der in Kapitel 3.5.2 genannten, für allgemeine Aufstiegskarrieren sinnvoll erscheinende, Kompetenzen ist festzuhalten, dass lediglich die Portfolio Work Kompetenz weder im Kompetenz-, noch im Anforderungs- oder Erwartungsprofil auftaucht. Es...

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