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Urheberrechtliche Bewertung vorübergehender Reproduktionen im digitalen Kontext

Martin Hecheltjen

Martin Hecheltjen befasst sich in seinem Buch mit der juristischen Bewertung der vorübergehenden digitalen Kopie. Bedingt durch die Architektur von Computern und Netzwerken, setzen Transport und Rezeption einer in digitaler Form vorliegenden Information eine Vielzahl vorübergehender Reproduktion voraus. Der Autor untersucht die urheberrechtliche Einordnung und Bewertung dieser vorrübergehenden Reproduktionen vor dem Hintergrund internationaler, europäischer und nationaler Regelungen und geht hierbei auch umfassend auf technischen Grundlagen ein.
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Kapitel 1. Einleitung

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Kapitel 1.  Einleitung

A.  Problemaufriss

Die Kopie ist der Grundbaustein des Informationszeitalters. Sie ist allgegenwärtig. Denn die Wahrnehmung und Übertragung von digitalen Informationen erfordert bei jedem Schritt der elektronischen Informationsverarbeitung die ständige Reproduktion und Zwischenspeicherung von digitalen Signalen.

Grund hierfür ist die Architektur von Computern und Netzwerken. Bits und Bytes müssen bei nahezu jedem Vorgang im „digitalen Raum“ reproduziert werden, gleichgültig, ob eine Datei im weltweiten Datennetz transportiert oder lediglich auf dem privaten Computer geöffnet werden soll. Wird eine Bildinformation auf einem Bildschirm sichtbar gemacht oder ein Computerprogramm gestartet, entstehen in den unterschiedlichsten Speicherbauteilen eines Computers, eines Bildschirmes oder einer anderen Datenverarbeitungseinheit für eine kurze Zeit teilweise oder vollständige Kopien der Quelldatei. Ebenso, wie die reine Benutzung einer in digitaler Form vorliegenden Information eine Kopie erfordert, muss auch bei jeder Form des Datentransportes durch ein digitales Netzwerk eine Vielzahl von vorübergehenden Reproduktionen hergestellt werden. Die Information wird also „bewegt“, indem sie von Speicherbaustein zu Speicherbaustein kopiert wird. Jede Handlung und jede Äußerung in der digitalen Welt setzt damit eine Kopie der verarbeiteten Information voraus. Dies stellt für das Urheberrecht einen Wandel grundlegender Rahmenbedingungen dar, der dazu führt, dass der Anwendungsbereich des urheberrechtlichen Vervielfältigungsrechtes im digitalen Kontext neu überdacht werden muss.

Verbote, die der Allgemeinheit die Herstellung eines Vervielfältigungsstücks untersagen und damit dem begünstigten Rechteinhaber ein Vervielfältigungsmonopol zuweisen, bilden die historische Grundlage des Urheberrechts.1 Das Recht,...

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