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Urheberrechtliche Bewertung vorübergehender Reproduktionen im digitalen Kontext

Martin Hecheltjen

Martin Hecheltjen befasst sich in seinem Buch mit der juristischen Bewertung der vorübergehenden digitalen Kopie. Bedingt durch die Architektur von Computern und Netzwerken, setzen Transport und Rezeption einer in digitaler Form vorliegenden Information eine Vielzahl vorübergehender Reproduktion voraus. Der Autor untersucht die urheberrechtliche Einordnung und Bewertung dieser vorrübergehenden Reproduktionen vor dem Hintergrund internationaler, europäischer und nationaler Regelungen und geht hierbei auch umfassend auf technischen Grundlagen ein.
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Kapitel 4. Das Vervielfältigungsrecht im deutschen Urheberrecht

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Kapitel 4.  Das Vervielfältigungsrecht im deutschen Urheberrecht

Vor Umsetzung der Richtlinien in das deutsche Urheberrecht enthielt der Gesetzeswortlaut keine ausdrückliche Regelung in Bezug auf vorübergehende Vervielfältigungen. Weder in der Definition des Vervielfältigungsrechts im UrhG noch in den vergleichbaren Regelungen von LUG oder KUG war eine zeitliche Regelungskomponente enthalten. Dies verwundert nicht. Denn die grundlegende Entwicklung des im deutschen Urheberrechtsgesetz geregelten Vervielfältigungsrechtes bis zu der Fassung vom 1.1.1966 orientiert sich im Wesentlichen an handbetriebenen und mechanischen Reproduktionsformen. Diesen Kopierverfahren ist – im Gegensatz zu den technisch bedingten Reproduktionen im „digitalen Raum“ – die Herstellung eines real existierenden physischen Werkstückes und damit eine gewisse Beständigkeit und Existenzdauer immanent.

A.  Historischer Überblick

I.  Entwicklung des Vervielfältigungsrechts im deutschen Urheberrecht

Bereits das im Mai 1870 verabschiedete „Gesetz, betreffend das Urheberrecht an Schriftwerken, Abbildungen, musikalischen Kompositionen und dramatischen Werken“,328 welches erstmals urheberrechtliche Regelungen für das gesamte Gebiet des Norddeutschen Bundes traf,329 normiert in seinem § 1, dass das Recht, ein Schriftwerk auf mechanischem Wege zu vervielfältigen, allein dem Urheber zustehe. Im Weiteren legte es fest, dass diese Regelung auch auf geographische, topographische, naturwissenschaftliche, architektonische, technische und ähnliche Abbildungen (§ 43) sowie auf musikalische Kompositionen (§ 45) anzuwenden sei. Nach Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde das Gesetz übernommen und zum Reichsgesetz erklärt.330 1876 wurde der urheberrechtliche Schutz durch das „Gesetz zum Schutz von Photographieen gegen unbefugte Nachbildung“ erweitert.331 Nach dessen § 1 stand „das Recht, ein durch Photographie...

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