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Der Zusammenhang von fehlerhafter Rechnungslegung und Unternehmensfinanzierung

Eine empirische Untersuchung

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Martin Puritscher

Der Autor hinterfragt die regelmäßig auftretenden Fälle fehlerhafter Rechnungslegung, welche die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) mit der BaFin aufdeckt. Er erarbeitet dazu ein breites Spektrum an Einflussfaktoren auf fehlerhafte Rechnungslegung und diskutiert bedeutsame Einzelfälle zur Rolle der Entlohnung und des Aktienhandels des Managements. Der Schwerpunkt seines Buches liegt auf einer Untersuchung des Zusammenhangs mit der Unternehmensfinanzierung. Die empirische Auswertung zeigt erstmalig, wie Unternehmen nach der Veröffentlichung fehlerhafter Rechnungslegung ihre Unternehmensfinanzierung ändern. Darüber hinaus liefert der Autor eine Analyse der Fehlermeldungen, die u. a. häufig verletzte Rechnungslegungsregeln aufzeigt.
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6 Analyse der Fehlermeldungen in Deutschland

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6.1 Charakterisierung der Fehlermeldungen

Vor der Untersuchung der Einflussfaktoren sollen die Fehlermeldungen nach § 37q Abs. 2 Satz 1 WpHG genauer betrachtet werden. Wie in Abschnitt 5.2 dargestellt, wurden bis zum 31. Dezember 2013 200 Fehlermeldungen veröffentlicht. 14 dieser 200 Fehlerbekanntmachungen sind erneute Publikationen einer davor bereits veröffentlichten Fehlermitteilung. Diese wurden mehrheitlich aufgrund von Zusätzen durch das Unternehmen, welche z.B. Einschränkungen, andere Sichtweisen oder fehlende Auswirkungen auf die aktuelle Geschäftslage deutlich machten, notwendig. Derartige relativierende oder verharmlosende Zusätze sind den publizierenden Unternehmen untersagt.273 Als weitere Mängel in den Formerfordernissen finden sich eingefügte Unternehmensportraits oder falsche Bezeichnungen der Publikation.274 Von diesen 14 erneuten Fehlerbekanntmachungen wurden vier von ausländischen Unternehmen durchgeführt. Um doppelte Erfassungen zu verhindern, wurden die 14 ursprünglichen und mit den genannten Fehlern behafteten Publikationen von der Analyse ausgeschlossen.275

Neben diesen 14 Fehlerbekanntmachungen wurden noch 19 weitere aussortiert. Hierbei handelte es sich zum einen um 18 Rechnungslegungsverstöße von 17 ausländischen Unternehmen, die entweder IFRS-Vorschriften oder ihre nationalen Rechnungslegungsnormen (z.B. das österreichische Handelsrecht oder Irish-GAAP) verletzt hatten.276 Zum anderen wurde auch eine Fehlermeldung eines deutschen Unternehmens ausgeschlossen, welches seinen Konzernabschluss ← 63 | 64 → nach US-GAAP aufgestellt hatte.277 Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die anschließende empirische Analyse deutsche Unternehmen betrachtet, da eine Kontrolle für ausländische Corporate-Governance-Faktoren und andere Rechtssysteme bei diesen geringen Fallzahlen nicht angemessen ist.

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