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Der Erste Weltkrieg

Ostmitteleuropäische Einblicke und Perspektiven

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Edited By Monika Kucner, Elżbieta Katarzyna Dzikowska and Agnieszka Godzisz

Der Band nimmt lokale Perspektiven des Ersten Weltkriegs, insbesondere der ostmitteleuropäischen Regionen, in den Blick. Die Beiträge berücksichtigen dabei besonders die multiethnische Gemengelage und die durch den Ersten Weltkrieg ausgelösten Konflikte in den regionalen Lebenswelten. Die Spannungen in den multiethnisch geprägten Gebieten ließen das bereits vor 1914 labil gewordene Gleichgewicht zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nicht allein an der österreichisch-italienischen Grenze, sondern auch in vielen weiteren Gebieten Ostmitteleuropas aus der Balance geraten. Anders als im Westen Europas war die Heimatfront im Osten im Wesentlichen durch den Bewegungskrieg und zahlreiche Wechsel von militärischen Besatzern geprägt. Die Situation in den unmittelbaren Kampfgebieten und in der Nähe der militärischen Fronten unterschied sich somit deutlich von den Bedingungen an der Westfront.
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Erzähltes Weltkriegsgeschehen im Lodzer Nahraum als politische Projektionsfläche. Deutsch-polnische Synthesen in Max Geißlers Grenzlandroman Die Wacht in Polen (1915)

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Der Redakteur, Literarhistoriker und Schriftsteller Max Geißler (geb. am 26. April 1868 in Großenhain, gest. am 26. Februar 1945 in Capri/Kompagnien),1 Vater des mit Unterhaltungsromanen bekannt gewordenen Autors Hans Wolfram Geißler (geb. 1893 in Wachwitz bei Dresden, gest. 1983 in München) schrieb Gedichte, einige Dramen, Kulturromane, die keine völkische Hochliteratur waren, aber gelesen wurden, darunter Werke, die ihre nationalistische Rhetorik schon im Titel tragen, wie: Die Wacht in Polen (1915), Nach Russland wollen wir reiten (1915), Schollentreue oder Der rote Feind im Waldhof (1929) oder etwa Deutschland, erwachte. Ein Hitlerroman aus verbotener Zeit (1934), dem der Roman Deutschland wach auf! (Leipzig 1931) vorangegangen war. Kulturromane schließen den Familienroman ein und nehmen „das Wesentliche der vielfachen Lebensformen einer Epoche in sich auf.“2 Als Teil mimetischer Gesellschaftsdarstellung waren sie ein wirksames Mittel, deutsche Kulturarbeit zu charakterisieren und dabei auch nationale Selbstgefälligkeit zu transportieren. Musterbildend wurde Gustav Freytags Soll und Haben (1855). Nicht zufällig bildete Geißler in seiner Lebensbeschreibung Wie ich Dichter wurde (1912) eine Art von Wasserscheide, mit der er seine Literatur gegen den literaturkritischen Zuschreibungsbegriff „Heimatliteratur“ abzugrenzen suchte. Er wandte ein, dass „Heimatliteratur“ vor allem regionale und provinzielle Literatur bezeichne, und verwies auf die Schauplatzwechsel in ← 157 | 158 → seinen Romanen. Tatsächlich wurzeln Geißlers Romane, wenn sie bald ins Erzgebirge, bald auf die Halligen, bald in sächsisch-böhmische Grenzgebiete, bald in den bayrisch-böhmischen Wald, bald in die Kiefernwälder Ostpreußens, bald zum Gestade des...

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