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Der Erste Weltkrieg

Ostmitteleuropäische Einblicke und Perspektiven

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Monika Kucner, Elżbieta Katarzyna Dzikowska and Agnieszka Godzisz

Der Band nimmt lokale Perspektiven des Ersten Weltkriegs, insbesondere der ostmitteleuropäischen Regionen, in den Blick. Die Beiträge berücksichtigen dabei besonders die multiethnische Gemengelage und die durch den Ersten Weltkrieg ausgelösten Konflikte in den regionalen Lebenswelten. Die Spannungen in den multiethnisch geprägten Gebieten ließen das bereits vor 1914 labil gewordene Gleichgewicht zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nicht allein an der österreichisch-italienischen Grenze, sondern auch in vielen weiteren Gebieten Ostmitteleuropas aus der Balance geraten. Anders als im Westen Europas war die Heimatfront im Osten im Wesentlichen durch den Bewegungskrieg und zahlreiche Wechsel von militärischen Besatzern geprägt. Die Situation in den unmittelbaren Kampfgebieten und in der Nähe der militärischen Fronten unterschied sich somit deutlich von den Bedingungen an der Westfront.
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Technische Realutopie und utopische Politik H. G. Wells und die britische Luftkriegsstrategie gegen Deutschland im Ersten Weltkrieg

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Aus der Rückschau nach 100 Jahren verwundert es eigentlich nicht, dass es 1914 in Europa zum ‚großen Knall‘ kam, zum Krieg, zu einem europäischen Krieg, ja zu einem Weltkrieg. In den Jahren zuvor hatte es schon häufiger ‚geknallt‘: 1877/78 russisch-türkischer Krieg, 1882 serbisch-bulgarischer Krieg, 1897 griechisch-türkischer Krieg, 1899–1902 Burenkrieg (England gegen die Burenstaaten in Südafrika), 1904/05 russisch-japanischer Krieg, 1905/06 erste Marokko-Krise, 1908 bosnische Krise, 1911 zweite Marokko-Krise, 1911/12 Krieg Italiens gegen die Türkei um Libyen, Oktober 1912 erster Balkankrieg (Serbien, Bulgarien, Griechenland und Montenegro gegen die Türkei), Juni 1913 zweiter Balkankrieg (Bulgarien gegen Serbien, Rumänien, Griechenland und Montenegro), – und diese Aufzählung ist nicht einmal vollständig. Krieg war also in den zwei Jahrzehnten vor 1914 etwas durchaus ‚Übliches‘. Die Konflikte und Kriege, vornehmlich im ‚Pulverfass‘ Balkan, hatten jeweils noch ‚eingehegt‘ und regional begrenzt werden können. Doch breitete sich unter den Zeitgenossen die Vorstellung aus, dass es irgendwann zum ‚Großen Krieg‘ kommen würde.

Frankreich hatte 1870 die Einigung der deutschen Staaten verhindern wollen und Preußen den Krieg erklärt, ihn verloren und dann noch zwei deutschsprachige Provinzen verloren. Die politischen Eliten lechzten nun nach Revanche. In Russland hatte man den Panslawismus erfunden, eine gewissermaßen geistige Strategie gegen das Osmanische Reich bzw. die Türkei und Österreich-Ungarn, die beiden größten übernationalen Reiche. In Italien fand der „Italia Irredenta“-Gedanke Zustimmung und Verbreitung („unerlöstes“ Italien mit der Forderung nach Anschluss...

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