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Die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten nach HGB und IFRS

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Frank Angermann

Der Autor untersucht die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten (Insurance-Linked Securities, Insurance Derivatives, Contingent Capital) nach HGB und IFRS (unter Berücksichtigung des Standardentwurfs für Versicherungsverträge ED/2013/7) und veranschaulicht die Bilanzierungsvorschriften mit Buchungsbeispielen. Er würdigt die Bilanzierungsvorschriften im Hinblick auf ihren Beitrag zu tatsachengetreuen und entscheidungsrelevanten Jahresabschlussinformationen und leitet Handlungsempfehlungen ab. Da Alternative Risikotransferinstrumente sowohl Merkmale von Rückversicherungsverträgen als auch von Finanzinstrumenten aufweisen, ist die Frage der Klassifizierung der Transaktion als Rückversicherung oder Finanzinstrument von entscheidender Bedeutung für die Bilanzierung.
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7 Bilanzierung von Contingent Capital

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7.1 Klassifizierung der Transaktion

Bei Contingent-Capital-Transaktionen stellen Investoren bei Eintritt eines vertraglichen definierten versicherungstechnischen Risikoereignisses temporär Kapital mit eigenkapitalähnlichen Eigenschaften zu Konditionen zur Verfügung, die bereits vor dem Eintritt des Schadenereignisses zwischen den Vertragsparteien vereinbart wurden. Das Ziel der Transaktion besteht darin, die Kapitalbasis und Liquidität des Versicherungsunternehmens im Fall von Verlusten aus dem versicherungstechnischen Risikoereignis aufrechtzuerhalten. Die Kapitalbereitstellung von Seiten der Investoren ist dabei an ein versicherungstechnisch bedingtes Ausübungsrecht des Erst- oder Rückversicherungsunternehmens zur Kapitalaufnahme gebunden, das i. d. R. an einen Doppel-Trigger, die Existenz von finanziellen Verlusten nach Eintritt eines Schadenereignisses und den gleichzeitigen Rückgang des Aktienkurses, gekoppelt ist, und für das das Erst- oder Rückversicherungsunternehmen eine Optionsprämie an die Investoren entrichtet. Die Kriterien für eine Bilanzierung als Rückversicherungsvertrag sind weder nach HGB noch nach IFRS erfüllt, da die Investoren keine Entschädigung für die eingetretenen Verluste des Rechteinhabers leisten und somit kein versicherbares Interesse vorliegt, sondern im Gegenzug für die Kapitalbereitstellung eigene Ansprüche in Form von zurückzuzahlenden Eigenkapitalanteilen (Loss Equity Puts) – üblicherweise in Form von Vorzugsaktien – oder Genussrechtskapital (Contingent Surplus Notes) erwerben.748 Durch diesen Tausch von Kapital gegen Rechte auf Rückzahlung von Kapital und Zahlung von Zinsen wird der Finanzierungscharakter der Transaktion deutlich. Es wird daher kein versicherungstechnisches Risiko übertragen. Die wirtschaftliche Entlastung erfolgt zudem, ähnlich wie bei einem Coupon at Risk, durch die Zinserträge auf das zu günstigen Konditionen langfristig zur Verf...

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