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Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion

Daniel Duben

Daniel Duben bietet mehr als einen bloßen Überblick über den Stand der Forschung im Bereich Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion. Bis heute gibt es kein theoretisch fundiertes Gesamtkonzept, das zwischen allen relevanten Akteuren abgestimmt ist und ein zielgerichtetes Vorgehen gegen die verschiedenen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus im Fußballstadion ermöglicht. In diesem Buch werden die bis dato vorhandenen Teilerkenntnisse dieses Forschungsfeldes zusammengetragen und erstmals systematisiert. Unter Berücksichtigung potenzieller Berührungspunkte zwischen Rechtsextremen und Fußballfans entwickelt der Autor ein theoretisches Fundament für Strategien gegen die Vereinnahmung von Fankulturen in Fußballstadien durch rechtsextreme Ideologien.
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6. Was tun gegen Rechtsextremismus im Stadion?

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Rechtsextremismus im Fußballstadion ist kein neues Phänomen, sondern seit Jahrzehnten zu beobachten. „In manchen Stadien hatten sich Mitte/Ende der 1980er Jahre regelrechte rechte Hegemonien entwickelt“ (Gabler 2011: 166). Damals kümmerten sich Politik, Vereine und Verbände jedoch kaum darum, was abseits des sportlichen Geschehens im Stadion sowie in dessen Umfeld geschah. Übergriffe wie der von Fans des Berliner FC Dynamo auf „ein Asylbewerberheim in Greifswald“ (Blaschke 2008: 31) sowie „rassistische Äußerungen, Flaggen mit Hakenkreuzen und Reichskriegssymbolen“ (Blaschke 2008: 34) sind nur einige Beispiele der häufig zu beobachtenden Auswüchse rechtsextremer Tendenzen im Stadion(-umfeld) aus dieser Zeit. Die Dortmunder Borussenfront war 1984 „nahezu deckungsgleich“ (Taler 2010: 17) mit der Dortmunder Ortsgruppe der rechtsextremen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei und „im Oktober 1983, zum Länderspiel Deutschland – Türkei mobilisierten die Rechten unter dem Motto:,Kampf den Kanaken‘“ (BAFF 2012b). Das Fußballstadion scheint in diesen Fällen tatsächlich wie ein „,Brennglas‘ gesellschaftlicher Entwicklungen und Problemfelder“ (Pilz 2008: 16) gewirkt zu haben.

Diese klar sichtbaren rechtsextremen Auswüchse konnten im Verlauf der vergangenen zwanzig Jahre in den Fußballstadien zurückgedrängt werden. Feste rechtsextreme Hegemonien sind dort mittlerweile eher die Ausnahme als die Regel. Besiegt ist der Rechtsextremismus im Umfeld des deutschen Fußballs deswegen freilich noch lange nicht. Noch immer ist das Fußballstadion aufgrund der ihm immanenten Anknüpfungspunkte (vgl. Kapitel 5) ein hochattraktives Rekrutierungs- und Betätigigungsfeld für Rechtsextreme. Vorfälle wie das Präsentieren eines homophoben Plakats der Dortmunder...

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