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Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion

Daniel Duben

Daniel Duben bietet mehr als einen bloßen Überblick über den Stand der Forschung im Bereich Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion. Bis heute gibt es kein theoretisch fundiertes Gesamtkonzept, das zwischen allen relevanten Akteuren abgestimmt ist und ein zielgerichtetes Vorgehen gegen die verschiedenen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus im Fußballstadion ermöglicht. In diesem Buch werden die bis dato vorhandenen Teilerkenntnisse dieses Forschungsfeldes zusammengetragen und erstmals systematisiert. Unter Berücksichtigung potenzieller Berührungspunkte zwischen Rechtsextremen und Fußballfans entwickelt der Autor ein theoretisches Fundament für Strategien gegen die Vereinnahmung von Fankulturen in Fußballstadien durch rechtsextreme Ideologien.
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9. Schlussbetrachtung

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Rechtsextremismus im Fußballstadion ist ein komplexes Phänomen, dem es mit unterschiedlichen Strategien auf mehreren Ebenen entgegenzutreten gilt. Durch die Übertragung grundsätzlicher Erkenntnisse der Rechtsextremismusforschung auf die spezielle Situation im Fußballstadion konnte in dieser Arbeit differenziert aufgezeigt werden, dass sich Rechtsextremismus in verschiedenen Dimensionen sowohl auf der Einstellungs- als auch auf der Handlungsebene manifestiert. Auf beiden Ebenen wurden unterschiedliche Anknüpfungspunkte für Rechtsextreme im Fußballstadion identifiziert.

Auf der Einstellungsebene muss zwischen (versteckten) direkten Anknüpfungspunkten und (offensichtlichen) indirekten Anknüpfungspunkten unterschieden werden. Während dem Rechtsextremismus inhärente Einstellungsmuster (wie Rassismus oder Antisemitismus) zu ersteren gezählt werden, sind dem Fußball beziehungsweise den aktiven Fankurven immanente Einstellungen (wie das Freund-Feind-Schema oder die Anti-Polizei-Haltung) letzteren zuzurechnen. Identifizieren Rechtsextreme die direkten Anknüpfungspunkte auf der Einstellungsebene, können sie daran leicht andocken, da diese gleichzeitig Kernelemente rechtsextremer Ideologien sind. Da diese Einstellungen jedoch in Fußballstadien meist verborgen bleiben, müssen sie von Rechtsextremen erst identifiziert werden (daher versteckte direkte Anknüpfungspunkte).

Im Unterschied dazu sind die indirekten Anknüpfungspunkte auf der Einstellungsebene offensichtlicher Teil der Fankurven Deutschlands. Rechtsextreme müssen diese (offensichtlichen) indirekten Anknüpfungspunkte also nicht erst mühsam identifizieren, sondern können sie in Stadien problemlos erkennen. Allerdings weisen diese indirekten Anknüpfungspunkte zwar Schnittmengen zur rechtsextremen Ideologie auf, sind aber nicht notwendiger Bestandteil derselben (die Anti-Polizei-Haltung ist im Gegensatz zum Rassismus beispielsweise auch Element vieler linker Ideologien). Rechtsextreme können also durch das Andocken an (offensichtliche) indirekte Ankn...

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