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KATHARINAfeier

Kritisch-theologisch-feministisch- Eine Nachlese

Series:

Edited By Anna Steinpatz, Silvia Arzt and Dominik Elmer

Der vorliegende Sammelband ist eine Zusammenstellung nahezu aller Vorträge, die im Rahmen der KATHARINAfeier an der Katholisch-Theologischen Fakultät Salzburg seit Beginn der Veranstaltung gehalten wurden. Die Vorträge stammen aus unterschiedlichen theologischen und philosophischen Disziplinen, sind jedoch alle verbunden durch einen kritisch-feministischen Ansatz. Zusätzlich zu dieser Zusammenschau enthält das Buch einen Artikel über die Entstehungsgeschichte der KATHARINAfeier sowie über die in den letzten Jahren verstärkte Verbindung mit unterschiedlichen künstlerischen Gestaltungen.
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„Himmel ohne Frauen?“ Sexualität und Gender-Probleme im japanischen Kontext aus der Feministischen Perspektive

1. Dämonisierte Sexualität und Entstellung des Frauenbildes

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Indem wir die Charakteristika des Japanischen Buddhismus im Unterschied zum Ur-Buddhismus sowie zum Mahayana-Buddhismus in anderen asiatischen Ländern im Auge halten, setzen wir uns mit Gender-Problemen auseinander.

Auf Grund der asketischen Prägung des Buddhismus wird die Sexualität dämonisiert, und auf das Frau-Sein projiziert, wie es auch das Christentum kennt. Im Lotos-Sutra findet sich eine Spitze von Sexualitätsfeindlichkeit und Frauen-Leib-Feindlichkeit, die sich auch im japanischen Buddhismus fortsetzt: „Im Buddha-Land von Amitabha wird keine Frau wiedergeboren, so dass es dort keinen Geschlechtsverkehr gibt. Die Boddhisattva gehen aus der Natur hervor und gehen strahlend in die Lotosblüte hinein. Amitabha sitzt im reinen, schmutzlosen Uterus der Lotosblüte.“ (Buch VIII, Kap. 25 des Lotos-Sutra). Hier spielt wohl eine alt-indische Ansicht eine Rolle, nach der die Geburt eines Menschen durch die Sexualitätsfreude verunreinigt wird.

So entsteht auf dem buddhistischen Boden das den Osten mit dem Westen verbindende Menschenbild, demzufolge die Geistigkeit in der männlichen Natur verkörpert ist und die Sinnlichkeit in der weiblichen, indem ähnlich wie im Christentum eine Abwertung des Mutterleibes zu erkennen ist.1 Die bekannte Legende von der Geburt des historischen Buddha tut kund, dass Shakyamuni in den Leib der Mutter auf geheimnisvoller Weise eingeht und aus ihrer rechten Achselhöhle geboren wird. Hier handelt es sich ebenfalls um jenen verfehlten Symbolismus, in dem das religiöse „Unwissen“ und somit das Unerlöstsein mit ← 95 | 96 → einer weiblichen Metapher und das Erwachtsein zur Erlösung mit einer m...

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