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Rettung vor Bodenlosigkeit

Neues Anfangsdenken und kosmologische Metaphern bei Locke, Leibniz, Kant, Fichte, Novalis und Jean Paul

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Monika Tokarzewska

Monika Tokarzewska zeigt, wie Locke, Leibniz, Kant, Fichte, Novalis und Jean Paul Motive aus der nachkopernikanischen und newtonschen Astronomie in Schlüsselmetaphern verwandeln und mit ihrer Hilfe die Möglichkeiten eines neuen Grundlagendenkens und -handelns im Angesicht der Verwissenschaftlichung des Weltbildes an der Schwelle zur Moderne austaxieren. Die Autorin beschreibt auch die starken Veränderungen, denen das Metaphernnetz unterlag. So fand es im 20. und 21. Jahrhundert einen späten Niederschlag in den Überlegungen von Hannah Arendt und Bruno Latour.
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Fichtes Suche nach absolutem Grundsatz und der Kampf der Bildfelder: Architektur- versus Gravitationsmetaphern

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Die erste Fassung von Fichtes ,Wissenschaftslehre‘, die 1794 im Druck erschien, ist der nicht besonders lange Text „Über den Begriff der Wissenschaftslehre oder der sogenannten Philosophie“.420 Im Unterschied zu den späteren Texten, die Fichte der Wissenschaftslehre widmete, zeichnet sich diese erste Fassung, die aus dem mündlichen Vortrag im Hause Lavaters hervorgegangen war, durch einen relativ großen Anteil an bildhafter Rede aus, was man in anderen Texten Fichtes ← 187 | 188 → aus diesem Bereich kaum antriffi.421 Die Schrift erschien kurz vor Antritt der Professur in Jena, wo er als Lehrer die Generation der Frühromantiker prägte.422

← 188 | 189 → Zwar war Fichte ein leidenschaftlicher Denker und Redner,423 in seinen Ab-handlungen zur Wissenschaftslehre, die er als seine philosophische Lebensaufgabe betrachtete und immer wieder umschrieb,424 mied er aber eher das Bildhafte, nicht zuletzt weil die Leser seinem, wie ihm schien, sonnenklaren und natürlichen Gedankengang oft nicht folgen konnten. In seiner Bemühung um Präzision und Klarheit versuchte er, sich der Sprache der Logik und der Algebra ← 189 | 190 → zu nähern, was vor allem in der „Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre“ sichtbar ist. Demgegenüber ist diese erste Niederschrift, insbesondere der erste Teil, voller bedeutender Bilder. Fichte stellt hier verkürzt sein Vorhaben dar, bevor er zu einer detaillierteren Ausführung seiner Gedanken übergeht. Vermutlich hat diese, verglichen mit den späteren Versionen, unerwartet große Ver-wendung von Bildern mit dem Erstlings- und Programmcharakter seiner Schrift zu tun. Wie er an den Juristen Gottlieb Hufeland...

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