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Gegen Staat und Kapital – für die Revolution!

Linksextremismus in Deutschland – eine empirische Studie

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Klaus Schroeder and Monika Deutz-Schroeder

Das Buch zeichnet ein differenziertes Bild vom aktuellen Linksextremismus in Deutschland. Die Autoren werfen einen kritischen Blick auf den Forschungsstand, beschreiben die Geschichte des Linksextremismus und entwickeln auf Basis der Selbstdarstellungen typischer linksextremer Gruppen eine Skala, die die verschiedenen Dimensionen eines linksextremen Einstellungsmusters umfasst. Auf dieser Grundlage führte Infratest dimap eine repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung durch, die die weite Verbreitung linksextremer Einstellungen in der Bevölkerung zeigt. Darüber hinaus erfolgt eine kritische Betrachtung der Diskussion um den Begriff «Extremismus». Der Zusammenhang von (Links-)Extremismus und Gewalt wird ebenso erörtert wie die Realität linksextremen Gewalthandelns. Hinzu kommen Interviews mit ehemaligen Linksradikalen und linksaffinen Jugendlichen.
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VIII. (Links)Extremismus und Gewalt

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VIII.(Links)Extremismus und Gewalt

Manche Autoren werten bestimmte politische Einstellungen erst dann als extremistisch, wenn sie mit der Bereitschaft einhergehen, Gewalt anzuwenden. Wir halten diesen Ansatz für unzureichend und differenzieren zwischen extremistischem Denken und der Gewaltausübung von Extremisten. Wie nicht nur die deutsche Geschichte zeigt, können extremistische Anschauungen in krisenhaften Situationen in politisch motivierte Gewalt umschlagen. Vor allem für linke Extremisten ist das Verhältnis zur Gewalt immer auch ein taktisches. Was aber unterscheidet politisch motivierte Gewalt von Gewaltausübung allgemein und wo liegen die Wurzeln für Gewaltbereitschaft?

Extremistisches Denken ist auch Resultat anti- oder nichtziviler Einstellungen. Es kann, aber muss nicht unmittelbar zu entsprechend motivierten Gewalttaten führen. Extremismus impliziert Antipluralismus, Monismus und Antizivilität – mithin die prinzipielle Ablehnung der Werte einer freiheitlich-demokratisch verfassten Zivilgesellschaft. Dem Diskurs, was Gewalt ist und wie der Gewaltbegriff philosophisch-soziologisch reflektiert wird, folgt ein Rekurs auf die Darstellung und den Umgang mit Gewalt in radikalen und extremen Bewegungen in der Bundesrepublik. Antizivile Einstellungen und das (vermeintliche) Recht auf gewalttätiges Handeln präg(t)en auch (linke) extreme Bewegungen, die ihre eigenen Gewaltaktionen in eine ideologisch verbrämte Traditionslinie der (internationalen) Klassenkämpfe rücken und legitimieren.

Gewalt als Folge antiziviler Einstellungen

Die Gewaltaffinität einer Gesellschaft resultiert nicht zwangsläufig aus einer Zunahme radikaler oder extremistischer Ideologien und Einstellungen, sondern kann durchaus auch Ergebnis einer Erosion demokratischer und ziviler Tugenden sein, begleitet von einem Anwachsen anti- oder nichtziviler Einstellungen....

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