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Gegen Staat und Kapital – für die Revolution!

Linksextremismus in Deutschland – eine empirische Studie

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Klaus Schroeder and Monika Deutz-Schroeder

Das Buch zeichnet ein differenziertes Bild vom aktuellen Linksextremismus in Deutschland. Die Autoren werfen einen kritischen Blick auf den Forschungsstand, beschreiben die Geschichte des Linksextremismus und entwickeln auf Basis der Selbstdarstellungen typischer linksextremer Gruppen eine Skala, die die verschiedenen Dimensionen eines linksextremen Einstellungsmusters umfasst. Auf dieser Grundlage führte Infratest dimap eine repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung durch, die die weite Verbreitung linksextremer Einstellungen in der Bevölkerung zeigt. Darüber hinaus erfolgt eine kritische Betrachtung der Diskussion um den Begriff «Extremismus». Der Zusammenhang von (Links-)Extremismus und Gewalt wird ebenso erörtert wie die Realität linksextremen Gewalthandelns. Hinzu kommen Interviews mit ehemaligen Linksradikalen und linksaffinen Jugendlichen.
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IX. Politisch motivierte Gewalttaten von „links“ und „linksextrem“

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IX.Politisch motivierte Gewalttaten von „links“ und „linksextrem“

Die Gewaltfrage spielt in der Neuen Linken seit Mitte der 1960er Jahre bis zum heutigen Tag immer eine herausragende Rolle.1281 Während die an Moskau oder Peking orientierten Parteikommunisten Gewalt zwar prinzipiell begrüßten, aber ihre Anwendung in den Kontext des Klassenkampfes stellten, argumentierten und agierten Sponti-Gruppen ähnlich wie autonome Gruppen heutzutage. Typisch hierfür war die Position des Revolutionären Kampfes (RK), für den „Massenmilitanz“ und Straßenkampf zum politischen Selbstverständnis gehörten. Im Zuge der Auseinandersetzungen um besetzte Häuser und ihre Räumung in Frankfurt am Main Anfang der 1970er Jahre entwickelte der RK eine

„Hit-and-Run-Strategie: Blitzartig stiegen sie aus der Menge der Demonstranten hervor, um einzelne Polizisten einzukreisen, mit ihren Knüppeln zu bearbeiten und anschließend wieder genauso schnell zu verschwinden“.1282 ← 389 | 390 →

Die Verletzung von Polizisten nahmen die Frankfurter Revolutionäre bewusst in Kauf und bezeichneten ihre eigene Gewaltausübung als „notwendige Gegenwehr“.1283

Der Revolutionäre Kampf mit dem späteren Außenminister Joschka Fischer an der Spitze legitimierte seine „Massenmilitanz“ im Zusammenhang mit Häuserräumungen mit den Worten:

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