Show Less
Restricted access

Die Klebebände der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek Arolsen

Wissenstransfer und -transformation in der Frühen Neuzeit

Series:

Marie Isabelle Vogel

Die hier erstmals vorgestellten Klebebände der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek Arolsen fassen in z.T. gewaltigen Folianten über 7.000 montierte Druckgraphiken von großer thematischer Vielfalt – u.a. Portraits, Flugblätter, Bühnenbilder oder Kupferstiche zum Zeitgeschehen. Jeder Band ist ein Unikat und noch heute in seinem ursprünglichen Arrangement erhalten. Der Bestand diente als Instrument zur aktiven Bildung und besaß eine lebenspraktische Bedeutung für Hofhaltung und Hofkultur im frühmodernen Fürstenstaat. Die Abfolge und Ideen des Ein- und Aufgeklebten geben Aufschluss darüber, was Nutzer in dieser Epoche für wissenswert hielten und wie sie sich Wissen über Fragmentierung und Neuordnung verfügbar machten.
Show Summary Details
Restricted access

II. Klebebände als Sammlungsobjekte zwischen Bild und Buch

Extract

II.Klebebände als Sammlungsobjekte zwischen Bild und Buch

1.Über graphische Sammlungspraktiken in theoretischen Schriften des 16. bis zum ersten Drittel des 18. Jahrhunderts

Die Sachen, sagt Horatius, welche durch die Ohren eingehen, nehmen einen sehr langen Weg, und rhren viel weniger, als die, welche durch die Augen gehen, als welche die sichersten und getreuesten Zeugnisse sind.

(De Piles, Historie Und Leben der berhmtesten Europæischen Mahler, 1710, S. 102)

Druckgraphische Erzeugnisse sind aufgrund ihrer weiten Verbreitung und preiswerten Anschaffung, ihres Formats und ihrer Platz sparenden Aufbewahrung sowie ihrer vielfältigen Themenrepertoires und ihrer Anschaulichkeit geradezu prädestiniert, gesammelt zu werden.78 Ihre Präsentation und Verwaltung erfolgt seit dem Zeitalter der Reproduzierbarkeit im Rahmen verschiedener Systeme, wobei grundsätzlich zwischen einer flexiblen Aufbewahrung der Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen in Mappen, Kästen, Regalen oder Schubladen und einer montierten Aufbewahrung auf Pappen und in Klebebänden zu unterscheiden ist.79

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.