Show Less
Restricted access

Mädchenfreundschaften unter dem Einfluss von Social Media

Eine soziolinguistische Untersuchung

Series:

Martin Voigt

Das Buch beschreibt die Emotionalisierung und Standardisierung online inszenierter Mädchenfreundschaften, die Kennzeichen einer neuen Jugendkultur darstellen. Mädchen sind die aktivste Nutzergruppe der neuen Medien und sie inszenieren sich für ihre schulische Jahrgangsstufe. Sätze wie Ich liebe dich scheinen auf den virtuellen Bühnen zu einem belanglosen Gruß zu werden. Die tägliche Gefühlskommunikation und die einseitige Orientierung an Gleichaltrigen formen Freundschaften und beeinflussen die Identitätsentwicklung. Ein süßes Aussehen, Beliebtheit in der Klasse und die «allerbeste Freundin» gehören für den Typus Schulmädchen zum Selbstbild. Die engen Grenzen des sozial Akzeptierten lassen auf allen linguistischen Ebenen serielle Muster dieses Typus entstehen.
Show Summary Details
Restricted access

Teil Eins – Kulturwissenschaftliche Analyse

Extract

Teil Eins –Kulturwissenschaftliche Analyse

In diesem Abschnitt werden schülernahe Social Media-Formate und ihre aktivste Nutzergruppe – 12 bis 16 Jahre alte Mädchen – sozialwissenschaftlich untersucht. Erst wenn klar ist, warum die SON so hohen Zuspruch unter Schülern erfahren, und erst, wenn die Lebenswelt der Generation junger Mädchen, die mit Laptop und Smartphone aufwachsen, verstanden wird, gelingt es, das umfangreiche Korpusmaterial genauer zu situieren.

Zunächst steht das Medium im Mittelpunkt. Es soll gezeigt werden, wie ein SON schulische Jahrgangsstufen im virtuellen Raum abbildet. Eigene Beobachtungen, die von den Betreibern des regionalen SON fs-location unterstützt wurden, werden mit den Ergebnissen großer Studien, wie der im Jahresturnus erscheinenden JIM-Studie, verglichen. Dabei gilt es auch wahrnehmbare Entwicklungsschritte, wie etwa die Verbesserung der Internetanbindungen und -tarife, in einen größeren Zusammenhang zu stellen.

In einem weiteren Schritt wird das „Schulmädchen im Flatrate-Zeitalter“ als agierende Nutzerin in der virtuellen Medienlandschaft vorgestellt. Eine Erkenntnis, die erst langsam ihren Widerhall in wissenschaftlichen Untersuchungen findet, wird hier genauer besprochen, nämlich dass das soziale Handeln dieser Altersgruppe in SON direkt auf ein schulisches Umfeld und nicht auf eine anonyme Internetöffentlichkeit ausgerichtet ist. Es wird gezeigt, warum es für die Peergroup wichtig ist, Mädchenfreundschaften im virtuellen Raum zu inszenieren, und warum diese neuen medialen Möglichkeiten einen Emotionalisierungsprozess zur Folge haben, der sich in unterschiedlichen Interaktionsbereichen der Mädchen beobachten lässt. Im Zusammenspiel eigener Beobachtungen und einer Datengrundlage aus verschiedenen Studien sollen auch soziodemografische...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.