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Mädchenfreundschaften unter dem Einfluss von Social Media

Eine soziolinguistische Untersuchung

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Martin Voigt

Das Buch beschreibt die Emotionalisierung und Standardisierung online inszenierter Mädchenfreundschaften, die Kennzeichen einer neuen Jugendkultur darstellen. Mädchen sind die aktivste Nutzergruppe der neuen Medien und sie inszenieren sich für ihre schulische Jahrgangsstufe. Sätze wie Ich liebe dich scheinen auf den virtuellen Bühnen zu einem belanglosen Gruß zu werden. Die tägliche Gefühlskommunikation und die einseitige Orientierung an Gleichaltrigen formen Freundschaften und beeinflussen die Identitätsentwicklung. Ein süßes Aussehen, Beliebtheit in der Klasse und die «allerbeste Freundin» gehören für den Typus Schulmädchen zum Selbstbild. Die engen Grenzen des sozial Akzeptierten lassen auf allen linguistischen Ebenen serielle Muster dieses Typus entstehen.
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Teil Zwei – Analyse der Foto-Selbstdarstellung

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Teil Zwei –Analyse der Foto-Selbstdarstellung

Die visuellen Standardisierungen sind der auffälligste Teil des Schulmädchen-Gesamtkonzepts. Sie sollen in dieser Arbeit auch als erstes beschrieben werden, denn für die Schulmädchen beginnt mit dem Wahrnehmen äußerer Erscheinungsbilder die intensive Identitätsarbeit der ersten Jahre auf einer weiterführenden Schule.

Plötzlich gehören Klassenkameradinnen aus einem viel größeren Einzugsgebiet und ältere Schülerinnen aus höheren Klassen zur Lebenswelt eines Mädchens, das in eine fünfte Klasse kommt. Aus der auf sie einströmenden Heterogenität filtert sie das Typologische, das ihre Sozialisation in die Schulmädchen-Gemeinschaft anstößt. Die Schülerin passt sich an und versucht das zu übernehmen, was für sie als gemeinsamer Nenner ersichtlich ist. Beispielsweise gibt es keinen Schulranzen mehr, der hoch oben auf dem Rücken schwankt. Aus ihm wird eine Tasche zum seitlichen Umhängen und aus den Schulheften wird ein einzelner dicker Ordner, der im Arm gehalten wird. Die ersten Eindrücke sind Bilder. Sie sind eng verknüpft mit habituellen Mustern im Verhalten und in der Sprache.

Gegenstand der Untersuchung ist in erster Linie das auf einem Nutzerprofil sofort sichtbare Profilfoto oder Profilpic(ture), das einer visuellen Visitenkarte entspricht. „It is the representation of (potential) »presence« in the media space,“ schreibt Astheimer (2011: 17) über das Profilbild. Gezielt wurden für die vorliegende Studie im Frühjahr 2008 über 1000 Profilbilder der Peergroup aus dem SON fs-location als eigener Korpus erhoben....

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