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Deutschlandismen in den Lernerwörterbüchern

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Chiara Scanavino

In Zeiten der Europäischen Union und der vereinfachten Mobilität innerhalb Europas ist es sehr wichtig, auf die eigene Sprachverwendung zu achten: Regional markierte Wörter erschweren die Kommunikation, besonders für die Lerner einer Fremdsprache, weil sie ungesteuert gelernt werden. Auch wenn die Standardsprache Deutschlands als überregional und übernational gilt, weicht sie vom Standard Österreichs und der Schweiz ab. Das Deutsche – wie das Englische und viele andere Sprachen auf der Welt – ist eine plurizentrische Sprache: Sie wird in mehreren Orten, den Zentren, kodifiziert. Deutschland verfügt über eine eigene nationale Varietät, auch wenn sich die Deutschen dessen nicht bewusst sind. Die Arbeit befasst sich mit den Deutschlandismen, den typischen, sprachlichen Merkmalen der Standardsprache Deutschlands, die von Ammon Teutonismen genannt werden, und zeigt, wie die Lexikographen sie behandeln sollten.
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D. Österreich

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1. Geschichte1

Mit seinen 8. 420.900 Einwohnern (Statistik Austria 2011)2 ist Österreich das zweitgrößte Vollzentrum der deutschen Sprache nach Deutschland und hat seit Jahrhunderten „ein besonderes politisches und kulturelles Profil entwickelt“ (Ammon 1995: 117). Politisch wurde es 1156 eigenständig, nachdem der Kaiser Barbarossa das Land der Babenberger zu einem Herzogtum innerhalb des Heiligen Römischen Reichs gemacht hatte. Seitdem war Wien bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Sitz des Kaisers des Heiligen Römischen Reichs (Ebd: 117–118).

Österreich hat sich nicht nur auf der politischen, sondern nach dem 16. Jahrhundert auch auf sprachlicher Ebene entwickelt. Das Streben nach einer eigenen Sprachvarietät verstärkte sich jedoch laut Ammon (1995: 118–119) erst ab der Zeit der Aufklärung. Zu dieser Zeit sind zwei Tendenzen entstanden: Offiziell hat Österreich während der Regierung von Maria Theresias das Meißnische Deutsch (vgl. Kap. 3.1. und Polenz 1999: 418–420) – das viele Merkmale aus Sachsen und Mitteldeutschland aufwies – akzeptiert, aber einige Intellektuelle haben für eine selbständige Varietät des Deutschen gekämpft. Deswegen wurden viele Glossare mit spezifischen österreichischen Ausdrücken erstellt, die jedoch nicht publiziert worden sind (Ebd.: 118). Österreich – und insbesondere Wien – hatte außerdem eine wichtige kulturelle Funktion: Zu dieser Zeit kamen viele Leute aus der ganzen Welt nach Österreich, um die Musik von berühmten Komponisten wie W. A. Mozart hören zu können.

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