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Die Regulierung von Leerverkäufen als Folge der Finanzkrise

Übertriebener Aktionismus oder angemessene Maßnahme zur Stabilisierung des Finanzsystems?

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Paul Tritschler

Seit dem Aufkommen der Finanzmarktkrise im Jahre 2007 ist die Regulierung der Finanz- und Kapitalmärkte eines der bestimmenden Themen der politischen und gesellschaftlichen Diskussion. Als eine der wesentlichen Lehren aus der Finanzmarktkrise wird in der Öffentlichkeit insbesondere die Regulierung von Leerverkäufen propagiert, da Leerverkäufe als ein wesentlicher Faktor für die Entstehung der Finanzkrise ausgemacht wurden. Diese Arbeit widmet sich daher der Frage, auf welche Ursachen die Finanzmarktkrise zurückzuführen ist und ob der Gesetz- bzw. Verordnungsgeber durch die Regulierung von Leerverkäufen in rechtlich, rechtsökonomisch bzw. rechtspolitisch angemessener Weise auf die Krise reagiert hat.
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Zusammenfassende Thesen

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I. Zum Hintergrund der Regulierung von Leerverkäufen

1. Leerverkäufe lassen sich keinesfalls als Ursache der Finanzkrise der Jahre 2008 ff. ausmachen; allenfalls lässt sich ihnen eine krisenverstärkende Wirkung beimessen.

2. Leerverkäufe bergen die Gefahr, den Börsenkurs eines Emittenten erheblich zu drücken. Sie können hierdurch zu einer Gefährdung der Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung führen, welche sich im Falle „systemrelevanter Unternehmen des Finanzsektors“ zu einer Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems entwickeln kann.

3. Das Vorliegen eines Leerverkaufes sollte sich nicht nach der Eigentums- bzw. Besitzlage des veräußerten Finanzinstruments bemessen. Richtigerweise liegt ein Leerverkauf vor, soweit dem Verkäufer nach Geschäftsschluss eine offene wertvariable Verbindlichkeit in Form des Wertpapiers verbleibt. Die an der Eigentumslage ausgerichtete Regelung des Art. 2 Abs. 1 lit. b VO i.V.m. Art. 3 Abs. 1 DVO enthält keine hinreichend bestimmte Definition des Leerverkaufes.

4. Im Gegensatz zu gedeckten Leerverkäufen ist die Vornahme von ungedeckten Leerverkäufen weder durch eine anfallende „Wertpapierleihgebühr“, noch durch die Anzahl der tatsächlich am Markt verfügbaren Wertpapiere begrenzt.

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