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Von einer idealen Rechtsphilosophie zur Realen Rechtslehre – und wohin dann?

Wandlungen im rechtsontologischen Denken Ernst Wolfs

Edited By Horst Hammen

Der Marburger Rechtsphilosoph Ernst Wolf (1914–2008), dessen rechtsontologischem Denken dieser Band gewidmet ist, ist in den 1950er Jahren von einer idealen Rechtsphilosophie zu seiner in eine reale Wissenschaftslehre eingebetteten Lehre von der Realität rechtlicher Verhältnisse übergegangen. Am Ende seines Lebens sind ihm nicht etwa an seiner realen Wissenschaftslehre im Allgemeinen, wohl aber an seiner Realen Rechtslehre Zweifel gekommen. Der Band zeichnet diese Entwicklungen nach.
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Von einer idealen zur Realen Rechtslehre Ernst Wolfs – Die Anfänge

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Bekannt geworden ist Ernst Wolf als Begründer der Realen Rechtslehre.1 Und nur so haben ihn die meisten Teilnehmer des heutigen Symposiums, die Ernst Wolf als Doktoranden, Assistenten oder Hörer ein Stück des Wegs begleitet haben, auch kennen gelernt. Nur wenige wissen aber, dass Ernst Wolf zu Beginn seines wissenschaftlichen Schaffens eine fundamental entgegengesetzte, nämlich eine idealistische Rechtsphilosophie vertreten hat. Ausgebreitet hat Ernst Wolf diese Philosophie in seiner Schrift „Die Generalklausel im Schadensersatzrecht“, Untertitel: Ein Versuch, die juristische und philosophische Notwendigkeit einer einheitlichen, das gesamte Schadensersatzrecht umspannenden Klausel und deren Fassung aus dem Begriff und dem Wesen des Rechtes zu beweisen (Das Kriterium des Rechtes, I. Teil), mit der er im Mai 1946 an der Universität Frankfurt habilitiert worden ist. Die Habilitationsschrift ist unbekannt geblieben,2 weil Ernst Wolf diesen ersten Teil, dem indes ein angekündigter zweiter Teil nie folgen sollte, unveröffentlicht gelassen hat. Zitiert hat Ernst Wolf seine Habilitationsschrift anders als seine ebenfalls unveröffentlicht gebliebene Doktorarbeit „Die Bürgschaft für laufenden Geschäftskredit, insbesondere beim Wechsel des Geschäftsinhabers“,3 mit der er im Januar 1940 promoviert worden ist, an keiner Stelle. Auch im Kreise seiner engsten juristischen Vertrauten wurde sie nie erwähnt. Gleichwohl ist sie nicht verlorengegangen. Jahrzehntelang ruhte das seinerzeit einzige noch existierende Exemplar unentdeckt in den ← 15 | 16 → Akten der Juristischen Fakultät der Johann Wolfgang Goethe-Universität zu Frankfurt a.M., bis ich es dort vor einer Reihe von Jahren auffand.

Anlass f...

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