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Pragmatische Phraseologismen und ihre lexikografische Darstellung

Am Beispiel eines mehrsprachigen elektronischen Spezialwörterbuches für Übersetzer

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Anna Ruusila

Muttersprachliche Sprachbenutzer sind in der Lage, andere Menschen normgerecht zu begrüßen, einen schönen Tag zu wünschen, Beileid auszusprechen und emotive Reaktionen wie Enttäuschung und Freude zu verbalisieren. In einer Diskussion können sie u.a. das Thema wechseln, die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners wecken und Formulierungsschwierigkeiten zum Ausdruck bringen. Das heißt, dass wir Sprachbenutzer in unserer alltäglichen Kommunikation pragmatische Phraseologismen verwenden. Die Studie beschreibt den Status quo der lexikografischen Darstellung dieser Phraseologismen in den heutigen Wörterbüchern. Es werden zudem Wörterbuchartikelmodelle für pragmatische Phraseologismen konzipiert, die für ein elektronisches Übersetzungswörterbuch mit Deutsch, Finnisch und Französisch gedacht sind.
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2. Phraseologische Grundbegriffe

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In diesem Kapitel werden die Kriterien für die Phraseologismen und einige Klassifikationsversuche vorgestellt. Dieses Kapitel soll einen kurzen Überblick über die grundlegenden phraseologischen Begriffe geben und als Ausgangspunkt für die darauffolgende Behandlung einer funktionalen Spezialgruppe innerhalb der Phraseologie, der pragmatischen Phraseologismen, dienen.

Unter dem Begriff „Phraseologie“ versteht man einerseits die Teildisziplin der Linguistik, die die syntaktisch, semantisch und pragmatisch heterogenen Phraseologismen bzw. die festen Wendungen, Wortverbindungen oder Wortgruppen untersucht. Andererseits wird mit „Phraseologie“ auch der Bestand der Phraseologismen einer Sprache bezeichnet. (Fleischer 1997, 3)

Die Phraseologie gilt als ein relativ neuer Wissenschaftszweig und wurde früher als Teildisziplin der Lexikologie angesehen (Schippan/Ehrhardt 2001, 63). In der deutschsprachigen Germanistik wurden zuerst in erster Linie Sprichwörter aus historisch-etymologischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht, und erst später hat man sich für andere Typen von Phraseologismen interessiert (genauer zu der Herausbildung der Phraseologieforschung s. Fleischer 1997, 15–22). In diesem Fachbereich hat sich keine vollständig einheitliche Terminologie etabliert. Teils ist dies darauf zurückzuführen, dass die Phraseologieforschung in vielen verschiedenen Ländern und in mehreren Sprachen durchgeführt wird, teils hängen die voneinander abweichenden Terminologien wohl auch mit der schnellen Entwicklung der Disziplin zusammen. Erst in der letzten Zeit ist auf die lexikografische Darstellung von Phraseologismen Aufmerksamkeit gerichtet worden (vgl. u. a. Mellado Blanco 2009a; Mellado/Bujàn/Herrero/Iglesia/Mansilla 2010; Korhonen 2011a). Dasselbe gilt auch für die Phraseodidaktik (s. Lorenz-Bourjot/Lüger 2001; Schmale 2009) und die Untersuchung der Phraseologismen auf textueller Ebene (s. Mellado...

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