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Aleksandr Nikolaevič Radiščev (1749-1802)

Leben und Werk

Peter Hoffmann

Aleksandr Nikolaevič Radiščev, geboren 1749, erhielt seine juristische Ausbildung an der Leipziger Universität. Er gehört zu den bedeutenden Schriftstellern Rußlands in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Seine von der europäischen Aufklärung beeinflußten radikalen Anschauungen werden nicht in Frage gestellt, trotzdem wird sein Werk, besonders «Die Reise von Petersburg nach Moskau», unterschiedlich interpretiert – entweder wird er als konsequenter Revolutionär oder als Vorläufer des russischen Liberalismus charakterisiert. Dieses Buch will diese Einseitigkeit überwinden und sein Werk in den Kontext der Aufklärung des 18. Jahrhunderts einordnen. Das bedeutet, die verschiedenen Komponenten im Werk Radiščev als gleichwertig anzusehen.
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Vorwort

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Mit der vorliegenden Monographie kehre ich zu den Anfängen meiner wissenschaftlichen Laufbahn zurück. 1953 hatte ich als Staatsexamensarbeit zum Abschluß meines Geschichtsstudiums an der Berliner Humboldt-Universität eine Studie „Radiščev in Leipzig 1767-1771“ eingereicht. Wie es zu dieser Arbeit gekommen ist, ursprünglich hatte mir mein Universitätslehrer Eduard Winter eine andere Thematik vorgeschlagen, habe ich in meiner Autobiographie dargelegt (In der hinteren Reihe, Berlin 2006, S. 168). Die Ergebnisse meiner Staatsexamensarbeit konnte ich in zwei Aufsätzen 1956 in der Festschrift zu Eduard Winters sechzigstem Geburtstag „Deutsch-slawische Wechselseitigkeit in sieben Jahrhunderten“ und 1959 im ersten Band der Festschrift „Karl-Marx-Universität-Leipzig 1409-1959“ veröffentlichen. Seit dieser Zeit hat mich die Radiščev-Thematik nicht mehr losgelassen. Lange Zeit hatte ich erwogen, sie zu meinem Habilitationsthema zu machen. Dementsprechend habe ich dazu Aufsätze veröffentlicht, außerdem gibt es unveröffentlichte Teilausarbeitungen. Am Institut für Geschichte an der damaligen Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, das war meine Arbeitsstelle, stieß die von mir für die Habilitation gewählte Thematik auf Schwierigkeiten und wenig Verständnis. Mir wurde gesagt, mein Thema sei mehr der Slawistik und Philosophie, weniger der Geschichte zuzuordnen. Ich sah mich daher veranlaßt, für die Habilitation ein anderes Thema zu suchen. Aber auch als die Radiščev-Problematik für die Habilitation nicht mehr aktuell war, habe ich die Literatur zu diesem Thema aufmerksam verfolgt und weiterhin zu dieser Thematik publiziert. Bei Archivstudien in Leningrad konnte ich in den achtziger Jahren des vorigen...

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