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Aleksandr Nikolaevič Radiščev (1749-1802)

Leben und Werk

Peter Hoffmann

Aleksandr Nikolaevič Radiščev, geboren 1749, erhielt seine juristische Ausbildung an der Leipziger Universität. Er gehört zu den bedeutenden Schriftstellern Rußlands in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Seine von der europäischen Aufklärung beeinflußten radikalen Anschauungen werden nicht in Frage gestellt, trotzdem wird sein Werk, besonders «Die Reise von Petersburg nach Moskau», unterschiedlich interpretiert – entweder wird er als konsequenter Revolutionär oder als Vorläufer des russischen Liberalismus charakterisiert. Dieses Buch will diese Einseitigkeit überwinden und sein Werk in den Kontext der Aufklärung des 18. Jahrhunderts einordnen. Das bedeutet, die verschiedenen Komponenten im Werk Radiščev als gleichwertig anzusehen.
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9. Der Widerhall

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Viele Darstellungen zur Biographie Radiščevs begnügen sich mit der Schilderung seines Lebens, auf die Wirkung seines Werkes gehen sie nicht mehr ein. Das wird bereits als ein neues Thema betrachtet, das eine eigenständige Bearbeitung erfordert. Eine Ausnahme bilden die Biographien von Svetlov, der seine Monographie mit einem umfangreichen Kapitel „Radiščev in der Geschichte des russischen politischen Denkens und der Literatur“ beschließt, und von Babkin, der seine Monographie durch ein Kapitel „Erste Biographien Radiščevs und das Schicksal seines handschriftlichen Nachlasses“ einleitet. Auch McConnell beschließt sein Werk mit einem Epilog „Auf Radiščevs Spuren“, in dem er dem Widerhall des Werks Radiščevs nachgeht und dabei die Bedeutung Puškins ausdrücklich hervorhebt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Kapitel auf der Analyse des philosophischen Erbes Radiščevs.1

In mehreren Aufsätzen hatte ich mich der Nachwirkung des Schaffens Radiščevs zugewandt,2 wobei ich durchaus von der sowjetischen Sicht auf Radiščev beeinflußt war, wenn auch eine gewisse, noch weitgehend unbewußte Abgrenzung in meinen damaligen Formulierungen bereits erkennbar wurde.

Unmittelbar die hier zu behandelnde Problematik betrifft die Monographie von Vladimir Nikolaevič Orlov „Radiščev und die russische Literatur“, in der er das Echo auf Radiščevs Schaffen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts detailliert verfolgt. Einleitend spricht Orlov davon, daß die Rezeption Radiščevs in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts sehr unterschiedlich gewesen sei. ← 239 | 240 → Kein russischer Schriftsteller oder Poet des 18. Jahrhunderts habe mit den Anschauungen...

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