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Managementwissen für eine innovative und lernende öffentliche Verwaltung

Grundlagen eines wirkungsorientierten, kreativen und ganzheitlichen Verwaltungsmanagements

Rüdiger Nolte and Sabine Zimmermann

Dieses Lehrbuch bietet – im Kontext einer lernenden und innovativen Verwaltung – eine komprimierte und praxisnahe Einführung in die öffentliche Managementlehre und einen umfassenden Überblick über die relevantesten Reform- und Managementkonzepte. Die New Public Management- und Public Governance-Konzepte bilden die Basis eines umfassenden staatlichen Modernisierungs- und Innovationsprozesses. Da auch die öffentlichen Verwaltungen auf ihrem langen Weg durch die Reformen in einem Umfeld agieren, das zunehmend dynamischer und komplexer wird, kommt ihrer Lern- und Entwicklungsfähigkeit eine erhebliche Bedeutung zu. Die Initiierung individueller und organisationaler Lernprozesse sowie die Mobilisierung der dazu erforderlichen Ressourcen stellt eine besondere Herausforderung an das Management der öffentlichen Verwaltungen dar.
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6. Organisationales Lernen in der öffentlichen Verwaltung

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6.1 Begriff und Notwendigkeit organisationalen Lernens

Der entscheidende Erfolgsfaktor für das Überleben von sozialen Systemen (Organisationen) liegt in deren Fähigkeit, notwendige Veränderungen vorwegzunehmen und sich den veränderten Rahmenbedingungen und Kontextfaktoren rechtzeitig und flexibel anzupassen (vgl. Glass, 1997, 226). Jedes lebende System bricht dann zusammen, wenn es nicht mehr in der Lage ist, sich so schnell weiterzuentwickeln wie seine spezifische Umwelt (vgl. Bertels, 2008, 53). Diese „darwinistisch“ geprägte Aussage gilt zukünftig um so mehr, als das Geschehen in den In- und Umwelten von produktiven Organisationen ständig dynamischer, instabiler, unvorhersehbarer und damit immer komplexer wird (vgl. dazu auch Radenheimer, 2002, 7 m.w.Nw.).

In Anlehnung an Luhmann (1987, 46 ff.) entsteht Komplexität, wenn in einer Menge von Elementen aufgrund beschränkter Kapazität zur Verknüpfung nicht mehr jedes Element jederzeit mit einem anderen Element verknüpft werden kann. Eine derartige Verknüpfung zweier Elemente wird als Relation bezeichnet. Diese stellt einen Wirkungszusammenhang des einen Elements auf ein anderes Element dar (vgl. Luhmann, 1987, 52 ff.). Die Relationen, die zwischen den Elementen eines Systems bestehen und deren Ausgestaltung führen zu einer systemspezifischen Struktur. Die Systemstruktur wiederum determiniert die Relationen, die zwischen den Systemelementen gebildet werden können (vgl. Luhmann, 1987, 62 ff.).

Des Weiteren stellt Komplexität im Sinne Luhmanns (vgl. 1987, 50 ff.) einen Mangel an Informationen eines Systems dar, um die Umweltkomplexität oder die eigene Systemkomplexität vollständig zu erfassen und zu...

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