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Das Ehegattensplitting

Eine soziologische Analyse zur monetären Ressourcenverwaltung in der Ehe und zum Halbteilungsgrundsatz

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Petra Eden

Im Buch wird der Frage nachgegangen, ob das im Jahr 1958 eingeführte Ehegattensplitting im Zuge des gesellschaftlichen Wandels heute noch zeitgemäß ist und den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts an den sog. Halbteilungsgrundsatz gerecht wird. Dazu zeigt die Autorin die rechtlichen Grundlagen und die historische Entwicklung der Ehegattenbesteuerung sowie die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe bei Einführung des Ehegattensplittings auf. Sie exploriert 47 Einkommensteuerfälle von miteinander verheirateten Paaren, ergänzt diese durch standardisierte Nachfragen und kommt zu dem Ergebnis, dass das Ehegattensplitting nicht mehr der aktuellen gesellschaftlichen Realität entspricht. Dies wird auch durch die Analyse der Paartypen bei der Verwaltung ihrer monetären Ressourcen bestätigt. Auch der Halbteilungsgrundsatz lässt sich insbesondere bei der Verwaltung des Vermögens nicht bestätigen.
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9 Zusammenfassung

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Das Leitbild der bürgerlichen Familie mit dem Ehemann als Ernährer und der Ehefrau als Hausfrau und Mutter aus der unmittelbaren Nachkriegszeit entspricht nicht mehr der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Wie in Kapitel 3 ausgeführt, ist seit Einführung des Ehegattensplittings 1958 im Zuge des gesellschaftlichen Wandels eine Vielzahl von Lebens-, Haushalts- und Familienformen entstanden. Insbesondere die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen und ihre damit verbundene ökonomische Unabhängigkeit haben dazu beigetragen, dass ein neues, individualistisches, romantisches Liebes- und Partnerschaftsbild entstanden ist. Dazu gehören Bindung und Verpflichtung als „freies Vertragsprinzip“ zwischen gleichberechtigten Partnern und ein individualistisches Persönlichkeitskonzept auch für die Frau (Weiss 1995: 136). Trotz des gesamtgesellschaftlichen Wandels in Richtung Autonomie des Einzelnen und der Individualisierung der Menschen halten sich hartnäckig traditionelle Familienvorstellungen und Frauenrollenbilder (Onnen 2013: 345). Dies zeigt sich insbesondere bei der häuslichen Arbeitsteilung (Liebold 2001: 40), da mit einer Erwerbstätigkeit die Arbeitsbelastung von Frauen durch die Hauptlast an der Hausarbeit ansteigt (Nave-Herz 2012: 50; Krüsselberg/Auge/Hilzenbecher 1986: 88). Das Erwerbsmuster von Frauen zeigt Veränderungen mit einer Tendenz zur Zwei- verdienstehe und Expansion der Teilzeitarbeit (Tölke/Wirth 2013: 375; Nave-Herz 2012: 42; Spangenberg 2005: 29). Die Mütter sind regelmäßig für die mit ihrer Erwerbstätigkeit verbundenen Organisationsprobleme zuständig (Nave-Herz 2012: 50; Behnke/Meuser 2005: 137).

Die Einkommensbesteuerung und das Ehegattensplitting knüpfen an das zu versteuernde Einkommen an. Als Ergebnis der Theorien über die ehelichen Machtverhältnisse (Kapitel 4) ist festzuhalten, dass das Einkommen...

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