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Die Familie der Fürstin

Die herzoglichen Häuser der Pommern und Sachsen im 16. Jahrhundert: Erziehung, Bücher, Briefe

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Dörthe Buchhester

Die Familie der Fürstin beschreibt das Wirken Marias von Sachsen (1515–1583) als Herzogin von Pommern im Kreis ihrer Kernfamilie hinsichtlich der Erziehung ihrer Kinder, des Aufbaus der ersten nachgewiesenen pommerschen Hofbibliothek und des weitgespannten Netzwerks von Korrespondenzen. Bezogen auf die Bereiche Erziehung, Bücher und Briefe werden die Handlungsspielräume einer bisher kaum wahrgenommenen Fürstin im Reformationszeitalter in ihrem Wirken für ihre Familie transparent. Dabei arbeitet Dörthe Buchhester unter anderem die Möglichkeiten eigenhändiger weiblicher Korrespondenz unter Anwendung der Systemtheorie von Niklas Luhmann heraus.
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5. Die lesende Herzogin

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5.Die lesende Herzogin

Privatbibliotheken und Büchersammlungen werden in letzter Zeit unter verschiedenen Gesichtspunkten verstärkt erforscht744. Dabei werden vor allem Büchersammlungen männlicher Adliger oder Fürsten betrachtet. Es liegen nur wenige Untersuchungen zu weiblichen Aktivitäten in dieser Hinsicht vor: »Die bislang sporadische wissenschaftliche Beschäftigung mit der Fürstin als Büchersammlerin steht vermutlich im krassen Widerspruch zu der Quellenlage, die sich bei einer systematischen Durchforstung der Nachlassinventare und Bibliotheksarchive offenbaren würde.«745

Wie Frank Fürbeth vor einiger Zeit feststellte, sind nach wie vor zahlreiche private Buchbestände des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit nicht aufgearbeitet.746 Umso wertvoller sind deshalb kommentierte Editionen, die Vergleichsstudien ermöglichen. So hat kürzlich Benjamin Müsegades ein Bücherverzeichnis Elisabeths von Henneberg, einer Tochter der bekannten Elisabeth von Braunschweig-Calenberg, ausgewertet und publiziert747 und damit auf ein bestehendes Forschungsdesiderat reagiert. Vor diesem Hintergrund ist der Aufbau des folgenden Kapitels zu verstehen. Die Untersuchung beginnt dort, wo die erste Wechselbeziehung zwischen dem Buch und seiner ← 161 | 162 → Benutzung im fürstlichen Unterricht entstand748: im Frauenzimmer. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht Maria von Sachsen. Gefragt wird nach ihrem Buchbesitz, doch geht es neben einer Erfassung und Beschreibung der Bestände sowie der Klassifizierung der Bücher vor dem Hintergrund von Ordnungen des Wissens und des Lesens in Anlehnung an Nadeshda Shevchenko vor allem um »die Suche nach der Lesepraxis«749. Shevchenko bezieht sich dabei auf Robert Darnton, der die interne und die externe...

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