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Gallienus

2., unveränderte Auflage

Michael Geiger

Gallienus herrschte auf dem Gipfel der «Krise des 3. Jahrhunderts». Eine Gesamtdarstellung aller Aspekte seiner Herrschaft stellt ein Desiderat der Forschung dar. Der Autor versucht dies unter Auswertung v. a. literarischer, numismatischer und epigraphischer Quellen. Zu umstrittenen chronologischen Fragen wird Stellung genommen. Unter Gallienus kam es zu wichtigen Weichenstellungen im militärisch-administrativen Bereich sowie auf dem Gebiet der Herrschaftsdarstellung. Dieser Kaiser ließ viele originelle Münztypen prägen und glich sich dabei verschiedenen Gottheiten an. Das Christentum erfuhr unter Gallienus erstmals offizielle Anerkennung. Somit hatte Gallienus an einem wichtigen Punkt der Römischen Geschichte eine Verbindungsfunktion inne.
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2 Die Quellen

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Die Nutzung literarischer Quellen blieb insgesamt auf Oberschichten beschränkt und erreichte die übrigen Bevölkerungskreise nur selten. Damit zielen auch die Aussagen dieser Quellen nur auf einen eingeschränkten, häufig senatorischen Leserkreis.

Die sogenannten „Res Gestae Divi Saporis“78 stellen eine epigraphisch-literarische Quelle dar. Sie umfassen den seine Erfolge übersteigernden Tatenbericht des sasanidischen Herrschers Šābuhr I., der 260/279 an der Ka’ba-i Zarduscht in Naqsch-i Rustam nahe Persepolis angebracht wurde. Die Inschriften schildern die Kriegszüge und Siege des Šābuhr gegen Gordian III., Philippus I. Arabs und Valerian I. und liefern auch Informationen über die Lage im Osten des Römischen Reiches während der sasanidischen Invasion des Jahres 260.80

Bischof Dionysios von Alexandria, ein Schüler des Origenes, hielt seit dem Jahr 247/8 sein Amt in Alexandria inne und brachte es darin zu großer Bedeutung. Die Christenverfolgungen unter Decius und Valerian I. führten zu seiner Flucht ins Exil. Dionysios starb 264/5 in seiner Bischofsstadt.81

Nur wenige Fragmente seiner Schriften und Briefe sind erhalten, vor allem als Zitate in der ἐκκλησιαστικὴ Ἱστορίαἐ des Eusebios von Caesarea. Diese geben Aufschluss über die politische Situation in Alexandria in der Mitte des dritten Jahrhunderts. In seinem Festbrief „An Hermanon und die Brüder in Ägypten“ enthalten sind auch Angaben über die Aufhebung der antichristlichen ← 28 | 29 → Maßnahmen Valerians I. durch Gallienus im Jahr 260. Dabei stimmt er auf Gallienus einen Panegyrikus wegen dessen Abkehr von dieser Politik an.82

Dionysios bewertet schlechte Taten der...

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